Kinderjahre mit hypophysärem Kleinwuchs
Autorin: Nicole Paetz
"Beim Kindergartenflohmarkt entdecke ich wunderschöne Stiefel in weinrot, zum Schnüren, kniehoch. Solche Stiefel wünscht sich Talissa schon eine halbe Ewigkeit! Ich kaufe sie und trage sie nach Hause. Leider ist das Objekt der Begierde ungefähr drei Nummern zu groß. Doch auf diese Weise kann ich meiner Kleinen die Vorzüge der Hormontherapie erklären: Je schneller sie wächst, desto eher werden ihr die neuen Stiefel passen.
Jeden Tag, an dem ich meiner Tochter mit den Spritzen wehtue, entferne ich mich ein Stück von ihr. Ich habe das Gefühl, sie zu verlieren, vor allem ihr Vertrauen. Vor meinem inneren Auge sehe ich ein Schild, auf dem steht: „Du tust nur ihr Bestes!“ Aber es hilft nicht. Ich fühle mich schrecklich und weiß selbst nicht, was richtig ist. Gegen meinen Willen muss ich Talissa das schmerzvolle Spritzen als etwas Tolles, Sinnvolles und Schönes verkaufen. Dass das Spritzen in der Nacht nicht die Lösung ist, haben wir jedenfalls erkannt. Am Ende wacht Talissa doch immer auf, weint, und unser aller Schlafrhythmus ist gestört. Da wir von jahrelangem Spritzen ausgehen, müssen wir eine andere Lösung finden."
Talissa Cheyenne wird am 4. April 2003 aufgrund eines HELLP-Syndroms mehr als 3 Monate zu früh auf die Welt geholt. Alles dreht sich um das kleine Wunder. Doch die Frühgeburt bleibt nicht das einzige Problem: Im September 2007 wird bei Talissa die seltene Diagnose „hypophysärer Kleinwuchs“ gestellt - ein Schicksalsschlag.
Von da an beherrschen schmerzvolle Hormon-Spritzen den familiären Alltag. Talissa und ihre Familie lernen erst mühsam, mit dem notwendigen Übel umzugehen. Nicht selten liegen die Nerven blank, Heulkrämpfe und sogar Erbrechen sind an der Tagesordnung.
Kurz vor ihrem siebten Geburtstag schreibt Talissa in einem Brief für ihr Buch: „Heute finde ich das Spritzen nicht mehr so schlimm, weil ich jetzt wachse. Darüber freue ich mich.“ Das hübsche Mädchen hat endlich seinen Weg gefunden und wächst nicht nur körperlich über sich hinaus.
Das vorliegende Buch basiert auf Tagebuchaufzeichnungen von Talissas Mutter Nicole.
Prolog
Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne (Oktober 2002)
Der Countdown läuft (23. März 2003 bis 11. April 2003)
Ich, Talissa Cheyenne (4. April 2003 bis 18. Juni 2003)
Tränen der Freude und Angst (Juni 2003 bis Dezember 2003)
Was heißt schon Routine? (Januar 2004 bis April 2004)
Grenzwertiger Kleinwuchs? (April 2004 bis Oktober 2004)
Freifahrtschein für unseren Kinderwunsch? (Oktober 2004 bis Januar 2005)
Hätte, wäre, wenn ... (Februar 2005 bis August 2005)
Kein Vertrauen (September 2005 bis Oktober 2005)
Noch ein Sorgenkind (Oktober 2005 bis Oktober 2006)
Anders als die Anderen (Oktober 2006 bis Juli 2007)
Weinrote Stiefel, drei Nummern zu groß (August 2007 bis April 2008)
Die Seele weint (April 2008 bis Oktober 2008)
Loslassen (November 2008 bis Februar 2009)
Epilog
Ein Brief an Talissa (August 2009)
Eins, zwei, drei im Sauseschritt - Ein Schulkind schreibt (März 2010)
Danksagung
Hypophysärer Kleinwuchs, eine Mutter erklärt
Glossar
Erscheinungstermin: 3. Quartal 2010
Format: 14 x 22 cm
Ausstattung: Paperback
ISBN: 978-3-902647-32-0