Der überwachte Bauch

Der überwachte Bauch
Der überwachte Bauch

Wie viel ärztliche Schwangerenvorsorge brauche ich wirklich?

Autorin: Doris Moser

Erscheinungstermin: April 2016
Umfang: 252 Seiten
Format: 15,5 x 22 cm
Ausstattung: Paperback
ISBN: 978-3-903085-07-7

 19,90 (as of 3. April 2016, 13:10) inkl. USt.

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ISBN eBook: 978-3-903085-08-4

€ 16,99 inkl. USt.

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Endlich schwanger, endlich sicher vorgesorgt beim Gynäkologen des Vertrauens. Doch wer profitiert tatsächlich vom überwachten Bauch?

Das derzeit gängige Modell ärztlicher Schwangerenvorsorge wird kaum kritisch hinterfragt. Und das, obwohl Problemschwangerschaften, gewaltsame Eingriffe in den Geburtsverlauf und Interventionen bis hin zum Kaiserschnitt seit Jahren zunehmen, Tendenz steigend.

Das Spiel mit der Angst vor unsicheren Ausgängen macht schwangere Frauen zu lukrativen Patientinnen. Vom Arzt definierte „Risiken“ bedeuten oftmals das Ende der Selbstbestimmtheit. Die frohe Hoffnung weicht dem jähen Zweifel, und dieser ruft nach noch mehr Kontrolle. Wo wird diese Entwicklung hinführen – und wie können wir sie positiv beeinflussen?

Die Medizinanthropologin Doris Moser setzt sich anhand des österreichischen Mutter-Kind-Passes, des deutschen Mutterpasses und der Situation in der Schweiz kritisch mit der gängigen Schwangerenvorsorge auseinander. Sie hat Mütter und Hebammen zu ihren Erfahrungen mit dem System und ihren Wünschen für die Zukunft befragt.

Dabei treten herbe Lücken der Schwangerenvorsorge zutage. Nicht zuletzt deshalb, weil absurderweise ausgerechnet die Hebammen – ausgebildete Spezialistinnen für Schwangerschaft und Geburt – kaum ein Mitspracherecht haben und aufgrund geringer Entlohnung um ihre Existenz fürchten müssen.

 

Inhalt

Vorworte … 9
Einleitung … 15
Meine eigene Geschichte … 25
Vater Staat und die werdenden Mütter … 35

 1974 bis heute … 36
Säuglingssterblichkeit … 39
Müttersterblichkeit … 41
Senkt der Mutter-Kind-Pass die Sterblichkeit? … 42
Der „sichere Schwangerschaftsverlauf“ … 46
Was Vater Staat noch plant … … 51
Fürsorgliches Angebot oder soziale Pflicht? … 54
Der Mutter-Kind-Pass und sein Inhalt … 57
Mutter-Kind-Pass: Medizin historisch … 58
Die obligatorischen fünf Untersuchungen … 60
Die erste Mutter-Kind-Pass-Untersuchung … 61
Die zweite Mutter-Kind-Pass-Untersuchung … 63
Die dritte Mutter-Kind-Pass-Untersuchung … 63
Die vierte Mutter-Kind-Pass-Untersuchung … 64
Die fünfte Mutter-Kind-Pass-Untersuchung … 65
Zusätzliche Untersuchungs- und Versorgungsangebote … 65
Feststellung der Schwangerschaft … 65
Nahrungsergänzungsmittel: gänzlich unbedenklich? … 68
Mindestens drei Ultraschalluntersuchungen? … 72
Für alle, die noch immer nicht genug untersucht wurden … 74
Hebammenberatung … 75
Pränataldiagnostik … 77
Pränataldiagnostische Methoden im Überblick … 79
Nackenfaltenmessung … 80
Combined Test … 81
Organscreening … 81
Triple-Test … 82
Chorionzottenbiopsie / Plazentabiopsie … 83
Amniozentese / Fruchtwasserpunktion … 83
NIPT (Nicht-Invasiver Pränataler Test) … 84
Im Dschungel der Untersuchungen … 85
Anamnese … 86
Körperdaten der Mutter … 87
Gynäkologische Untersuchung … 89
Labor … 92
Urintest … 92
Blutuntersuchungen … 93
Oraler Glukose-Toleranztest (oGTT) … 94
Internistische Untersuchung … 100
Ultraschalluntersuchungen … 100
Verpflichtendes Angebot … 106
Und wenn das Kind erst einmal geboren ist? … 108
Der Mutter-Kind-Pass im internationalen Vergleich … 113
Nationale Programme zur Pränatalversorgung … 114
Der deutsche Mutterpass … 116
Die Situation in der Schweiz … 119
Das Risiko der Sicherheit … 121
Risikoorientierung … 122
Der Mutter-Kind-Pass als Präventionsinstrument … 123
Sekundärprävention: Das Auffinden von Risikofaktoren … 126
Untersucht werden und sicher sein … 129
Ärzte, die machtvollen Risikomanager … 134
VorSORGEn … 138
Im Frauenkörper … 141
Frau im Körper … 144
Das fremde Eigene … 146
Verkaufte Körper … 152
Die Untersuchung des weiblichen Körpers … 155
Weiblicher Körper als Objekt … 157
Von Frau zu Frau … 159
Hebammen: Mit Hand, Herz und Verstand … 163
Vorteile hebammengeleiteter Schwangerenvorsorge … 166
Wie viel Hebamme ist gesund? … 168
Erfahrungen mit dem Mutter-Kind-Pass … 171
Die Sicht der Hebammen … 172
Ursula Walch … 173
Margarete Hoffer … 175
Teresa Angerer … 178
Hebammenteam „Geburtshaus von Anfang an“ … 183
Agnes … 184
Die Sicht der schwangeren Frauen und Mütter … 186
Wichtige Ergebnisse der Befragung … 187
Einzelstimmen … 189
Selbstbestimmt schwanger, selbstbestimmt gebären … 231
Von der Schwangeren-Vorsorge zur Schwangeren-Fürsorge … 235
Selbstbestimmtheit und Eigenmacht … 239
Das Wichtigste in Kürze … 241
Literaturverzeichnis … 242
Danke … … 249

Doris Moser

Doris Moser ist Medizinanthropologin, Autorin und zweifache Mutter. Ihr Buch „Schwangerschaft schafft Heldinnenkraft“ stärkt die Eigenverantwortlichkeit der Frauen, in „Der überwachte Bauch“ nimmt sie die gängige ärztliche Schwangerenvorsorge kritisch unter die Lupe und deckt Lücken auf.

 

 

Bücher von Doris Moser

Der überwachte Bauch Leseprobe

Die Presse über "Der überwachte Bauch - Wie viel ärztliche Schwangerenvorsorge brauche ich wirklich?" von Doris Moser

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Hebammenforum 7/2017 (Anja Lohmeier, Sehnde)

Das Spiel mit der Angst um das ungeborene Kind macht schwangere Frauen zu luktrativen Patientinnen. [...] Die österreichische Medizinanthropologin Doris Moser setzt sich in ihrem Buch kritisch mit der gängigen Schwangerenvorsorge auseinander und hat etliche Mütter nach ihren Erfahrungen gefragt [...]. Erschreckt hat es mich zu lesen, dass die Auszahlung des österreichischen Kinderbetreuungsgeldes an den Nachweis der Durchführung aller ärztlichen Schwangerschaftsuntersuchungen gebunden ist, und dass die Frauen in Österreich nicht die Wahl haben, ob sie die Vorsorge bei der Hebamme oder beim Arzt durchführen lassen möchten. [...] Zu Recht prangert Moser mittlerweile zur Routine gewordene Untersuchungen der Schwangeren an, wie zum Beispiel die vaginale Untersuchung bei jeder Vorsorge oder häufige Ultraschalluntersuchungen ohne medizinischen Grund. [...] Für einen Einstieg ins Thema bietet 'Der überwachte Bauch' [...] eine gute Grundlage, sich über die Unterschiede zwischen ärztlicher und hebammenbegleiteter Vorsorge zu informieren.

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Neues Leben (Herbst/Winter 2016, Mag. Veronika Stampfl-Slupetzky)

Aber was beinhaltet das Buch konkret: Es beschreibt Geschichte, Sinn und vielleicht „Unsinn“ des Mutter-Kind-Passes. Unsinn zum Beispiel insofern: Es gibt keine sinnvolle Auswertung der Wirksamkeit der im Mutter-Kind-Pass vorgesehenen Leistungen. Die werdende Mutter wird mehrmals zum Gynäkologen, wird zum Internisten, wird ins Labor geschickt – alles wird überprüft und dokumentiert, um „einen problemlosen Verlauf der Schwangerschaft und eine gesunde Entwicklung des Kindes sicherzustellen“. Einige Untersuchungen machen natürlich Sinn, sind auch zum Teil lebenswichtig für Mutter und Kind (Blutdruck, Harn, Blutgruppe, Infektionskrankheiten,...) In Finnland gibt es jedoch nur zwei Vorsorgeuntersuchungen in der Schwangerschaft – und „trotzdem“ gehört Finnland zu den Ländern mit den
niedrigsten Säuglingssterblichkeitsraten? Hm... Zum besseren Verständnis erklärt Doris Moser, übrigens Medizinanthropologin und Autorin mehrerer Bücher zum Thema Schwangerschaft, ausführlich die im österreichischen Mutter-Kind-Pass durchzuführenden ärztlichen Untersuchungen, ebenso die pränataldiagnostischen Verfahren, die so häufig Anwendung finden, aber immer öfter Verunsicherung mit sich bringen.

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Kidsgo (Winter 2016):

Werdende Eltern - allen voran Mütter - wollen das Beste für ihr Baby. Und so gehört in der Schwangerschaft der vom Mutterpass vorgeschriebene regelmäßige Gang in die Arztpraxis dazu. Doch uneindeutige Ergebnisse und weitere Untersuchungen verunsichern die Frauen; sie verlieren das Vertrauen in ihren Körper. Doris Moser klärt über die Untersuchungen und ihren Sinn oder Unsinn auf und zeigt die Risiken der vermeintlichen Sicherheit auf. Letztendlich ist die Frau die Expertin für ihr Kind, heißt es im Vorwort.

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Deutsche Hebammenzeitschrift (11/2016):

Ein lesenswertes Buch, das seinen Schwerpunkt in Österreich hat, da vielfach zum Ausdruck kommt, dass die Untersuchungen nur gemacht würden, um das volle Betreuungsgeld zu erhalten. Deutlich wird, dass die Frauen sich mehr Hebammenbetreuung auch in der Schwangerschaft wünschten. Für Nicht-Österreicherinnen absolut lesenswert sind die kritischen Fragen zu den verschiedenen Untersuchungen in der Schwangerschaft.

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Österreichische Hebammenzeitung (Ausgabe 06/2016):

Das 250 Seiten umfassende Werk ist eine kritische Aufarbeitung eines aktuellen Themas und bietet eine gute Grundlage für eine Diskussion über den vorherrschenden Charakter der österreichischen Schwangerenvorsorge.

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