Energiewende
Energiewende

Energiewende. Der teure Traum vom Ökostrom

Autor: Helmut Moldaschl

Erscheinungstermin: August 2014
Umfang: 140 Seiten
Format: 15,5 x 22 cm
Ausstattung: Paperback
ISBN: 978-3-902943-54-5

 16,90 (as of 5. April 2016, 11:16) inkl. USt.

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ISBN eBook: 978-3-902943-55-2

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Die sogenannte „Energiewende“, eine revolutionäre Abkehr von der konventionellen Energieversorgung, sollte Deutschland unabhängig machen von Öl, Gas, Kohle und Atom. Inzwischen ist das Ganze zum Desaster geworden, denn wie Autor Helmut Moldaschl, ein Fachmann aus der Energiebranche, vorausgesehen hat, tauchen verheerende Probleme auf: Die Kosten steigen ins Unermessliche, wenige verdienen, der Rest zahlt.

Der „Ökostrom“ kommt nicht zum Verbraucher, weil die Stromtrassen fehlen, er wird zufällig und nicht selten dann erzeugt, wenn man ihn nicht braucht, und letztlich bleiben die alten Kraftwerke weiter bestehen, weil das Stromnetz sonst zusammenbricht. Die Lage ist hilflos und so wirr, dass keiner mehr durchblickt.

 

Deshalb stellt der Autor die Problematik rund um die „Energiewende“ und die „Erneuerbaren Energien“ bewusst vereinfacht aus der Sicht einer Familie dar. Die amüsant überzogene Beschreibung der Situation soll das Verständnis erleichtern und zum Nachdenken anregen.

 

Helmut Moldaschl

Helmut Moldaschl ist promovierter Physiker und Mathematiker. Er lebt in der Nähe von Erlangen. Bei edition riedenburg erschienen seine Bücher "Diagnose Magenkrebs - So habe ich überlebt", „Energiewende. Der teure Traum vom Ökostrom“, „Die Erschaffung der Wahrheit“ und „Der Gassigeher“.

 

Bücher von Helmut Moldaschl

 

Energiewende Leseprobe

„Energie ist nicht erneuerbar, auch wenn man es sich noch so sehr wünscht und man es lauthals propagiert.“

(Helmut Moldaschl, „Energiewende. Der teure Traum vom Ökostrom“)

 

edition riedenburg: Momentan sind Klimarettung und Ökostrom in aller Munde. Warum sollte man ausgerechnet Ihr Buch gelesen haben?

Moldaschl: In letzter Zeit werden verschiedene Dinge munter vermischt, unter anderem Klimarettung und Ökostrom, und sie werden bewusst dramatisiert und politisiert. Auf die Klimarettung kann ich hier nicht detailliert eingehen. Die scheinbare Entwicklung des Klimas und der Zusammenhang mit der CO2-Konzentration in der Atmosphäre ist ein schwieriges wissenschaftliches Thema. Über diesen Zusammenhang ist das letzte Wort noch keineswegs gesprochen.

Faktisch werden wir immer mehr Menschen auf der Erde mit steigenden technischen Ansprüchen. Zudem verbrauchen wir Energie immer gedankenloser, weil sie uns scheinbar unbegrenzt zur Verfügung steht. Unabhängig von der tatsächlichen Wirkung des CO2 in der Atmosphäre sollten wir mit der Energie sparsamer umgehen. Das wollen wir aber nicht wirklich. Darum sollte man schon Kinder aufklären, es zu tun. Diese Aufklärung ist ein wichtiges Anliegen des Buches.

Sparen ist ehrlich und effizient. Sich unter dem Begriff „Öko“ zu verstecken, ist unredlich und ineffizient, denn die Zeche muss immer gezahlt werden. Wenn ich mit einem Elektroauto in der Gegend herumkurve, dann kann ich das nur, weil mir jemand den Strom liefert. Ich fühle mich sauber, doch der Dreck wird woanders gemacht, die Landschaft woanders ruiniert.

edition riedenburg: Bei Rechenbeispielen in einem Buch denke ich an ein trockenes Sachbuch aus der Schule.

Moldaschl: Das Thema wird in einer von mir erfundenen Familie diskutiert, quasi personalisiert, und damit man die Größenordnungen kennenlernt, werden kleine Beispiele gerechnet. Wer sie nicht haben will, kann sie auch überlesen.

edition riedenburg: Sie waren einige Jahrzehnte in einem großen Konzern für die zuverlässige Bereitstellung von Energie verantwortlich. Welche Themen sind für Sie wichtig und wie bringen Sie diese in Ihren Familienroman?

Moldaschl: Als Physiker sind für mich in erster Linie physikalische Gesetze und technische Randbedingungen wichtig. Speziell die Medien vernachlässigen diese ja gerne, wenn es um Berichterstattung zu Ökostrom und Energiewende geht. So entstehen populäre Irrtümer wie beispielsweise der Begriff der „Erneuerbaren“, und mit diesen falschen Voraussetzungen wird dann auch noch argumentiert.

edition riedenburg: Was meinen Sie damit?

Moldaschl: Die Erneuerbarkeit von Energie ist der größte physikalische Unsinn, der mit in den letzten Jahren untergekommen ist, damit kann man nicht argumentieren. Noch weniger kann man die Erfindung der „Erfindung der "Erneuerbaren“ realisieren oder verkaufen. Damit laufen wir unweigerlich in große Schwierigkeiten hinein. Die Probleme zeigen sich mittlerweile schon in voller Härte, beispielsweise mit den Stromtrassen, die niemand haben will. Das war vorherzusehen.

edition riedenburg: Bedeutet das, dass Sie nicht an die „Erneuerbaren“ glauben, obwohl sie längst da sind?

Moldaschl: Physik hat nichts mit Glauben zu tun, sondern mit unerbittlichen physikalischen Gesetzen. Ohne konventionelle Kraftwerke würden die sogenannten „Erneuerbaren“ nicht funktionieren, einfach weil sie nicht erneuerbar sind. Wir müssen die herkömmliche Energieversorgung verbessern, ohne den Versuch, Naturgesetze zu verbiegen oder gar zu verleugnen. Und wir sollten mit Energie sparsam umgehen.

edition riedenburg: Wie lautet daher Ihre Empfehlung?

Moldaschl: Wir müssen daran arbeiten, unsere Energieversorgung und Energieeffizienz zu verbessern. Aber nicht, indem wir versuchen, Naturgesetze zu verbiegen. Hier muss einiges zurechtgerückt werden.

edition riedenburg: Was verstehen Sie unter ‚zurechtgerückt’?

Moldaschl: Fakten müssen auf den Tisch, wie in meinem Roman. Die zuverlässige Energieversorgung eines ganzen Landes kann nicht auf der Basis der Verletzung physikalischer Grundgesetze praktiziert werden. Energie ist, wie gesagt, nicht erneuerbar, auch wenn man es sich noch so sehr wünscht und es noch so lauthals propagiert. Für die Bereitstellung von Energie muss man eine Gegenleistung erbringen, und diese geht immer zu Ungunsten der Umwelt. Die Frage ist lediglich, wie groß die Belastung der Umwelt ist.

edition riedenburg: Wie schätzen Sie diese Belastung der Umwelt bei umweltfreundlichen Technologien ein?

Moldaschl: Kraftwerkstypen, die ruhig und harmlos wirken, die uns unabhängig machen sollen von staubigen Kohlegruben, von Zulieferungen aus dem Ausland, und die keine radioaktive Gefährdung mit sich bringen – also beispielsweise Sonne und Wind – rufen zwar scheinbar keine Umweltbelastung hervor, sie haben aber einen enorm hohen Landschaftsverbrauch. Das bedeutet, dass die Landschaft durch die Verbauung mit Windrädern oder Photovoltaik-Anlagen stark in Mitleidenschaft gezogen wird. Und was nicht zu vergessen ist: Wir kriegen die Energie nicht dann, wenn wir sie brauchen, und müssen deshalb die klassischen Kraftwerke weiter in Bereitschaft halten, sonst krachen die Versorgungsnetze zusammen, die wir so gerne als „Stromautobahnen“ bezeichnen. Daran kann ich bereits erkennen, wie einfach die Leute denken.

edition riedenburg: Würde man davon absehen, wären Wind und Sonne dann für uns die optimalen Partner?

Moldaschl: Wie ich gerade angedeutet habe: fallweise ja, global gesehen leider nein. Aufgrund ihrer geringen spezifischen Leistung und ihrer Unzuverlässigkeit sind sie für eine Grundlastversorgung völlig ungeeignet. Sie produzieren lediglich Zufallsstrom, und zwar nur dann, wenn die Sonne scheint und der Wind weht. Was immer dargestellt wird, wenn von der Stromversorgung durch die „Erneuerbaren“ gesprochen wird, ist die augenblickliche Produktion. Die mag sehr hoch sein, was aber nützt es, wenn die Weiterleitung aufgrund fehlender Verbindungen mit Stromnetzen nicht funktioniert! Wenn der produzierte Strom nicht abgenommen werden kann. Millionen Tonnen an Kartoffeln werden die Hungersnöte in Afrika nicht stoppen, wenn diese Kartoffeln nicht angeliefert werden können.

edition riedenburg: Ist die Speicherung von Elektrizität vielleicht der alles entscheidende Faktor?

Moldaschl: Die Speicherung von Strom steckt noch in den Kinderschuhen. Hier ist in nächster Zeit kein Durchbruch sichtbar, der die Kapazität von Batterien um den Faktor 100 oder 1000 steigern könnte. Erst dann wäre beispielsweise die Elektromobilität eine ernsthafte Konkurrenz zum aktuellen Antriebskonzept. Bis dahin ist sie eine teure Farce. Die Automobilwerke produzieren Elektroautos, um ihren mittleren CO2-Ausstoß rechnerisch zu verringern. Das funktioniert auch dann, wenn die Autos niemals fahren.

edition riedenburg: Als österreichischer Autor sind sie mit einem Atomstrom freien Land konfrontiert, das über viel Wasserkraft verfügt. Wäre sie für Gesamt-Europa eine geeignete Lösung?

Moldaschl: Manche Länder sind aufgrund ihrer Topographie begünstigt und können sogar einen nicht unwesentlichen Teil ihres Energiebedarfs mit Wasserkraftwerken decken. Dazu gehören beispielsweise Österreich, Schweden und Norwegen. Das funktioniert leider nicht in allen Ländern. Manche Länder sind auf den Import von Energie angewiesen und damit von externen Quellen abhängig. Interessant ist, dass beispielsweise Schweden nicht auf die Atomkraft verzichtet. Gibt Ihnen das nicht zu denken?

edition riedenburg: Ich höre aus ihrer Antwort heraus, dass Sie nicht grundsätzlich gegen eine Energiewende sind.

Moldaschl: Ich meine, dass viele Entwicklungen möglich sind, und schon der Schritt zu einer bewussten Energieverwendung ist ein wichtiger Schritt. Es ist wichtig, darüber nachzudenken, wie wir Energie besser verwenden können. Der Begriff „Energiewende“ bedeutet daher für mich die Wende hin zu einer verantwortungsbewussten Energieverwendung. Das sollte man insbesondere den Kindern beibringen, denn sie sind unsere Zukunft.

edition riedenburg: Was sind aus Ihrer Sicht die wesentlichen Elemente der Energieversorgung?

Moldaschl: Verfügbarkeit, Preis und Umweltbelastung – in dieser Reihenfolge. Wir sind gewöhnt, Strom jederzeit und überall in gewünschter Menge geliefert zu bekommen. Fällt die Stromversorgung nur kurze Zeit aus, dann wird uns die absolute Abhängigkeit von ihm sofort bewusst.

edition riedenburg: Sie erwähnen den Strompreis, der momentan sagenhaft günstig ist ...

Moldaschl: ... Sie sagen es! Weil der Preis des Stroms so niedrig ist, interessiert er uns auch nur relativ wenig. Es interessiert uns im Moment nicht wirklich, was die Beleuchtung kostet, der Betrieb der Fernsehapparate, des Computers, der Maschinen und so weiter. Wir wissen nicht genau, vielmehr ist es uns sogar herzlich gleichgültig, in welchen Produkten Strom „drinsteckt“. Und kaum jemand hat eine Ahnung, welchen Anteil der Strom am Preis eines Produktes hat.

edition riedenburg: Wissen Sie es?

Moldaschl: (lacht) Mit meinem amüsanten Buch können die Leserinnen und Leser hinter die Kulissen blicken.

edition riedenburg: Haben Sie auch andere Bücher geschrieben?

Moldaschl: Ich werde nachdenklich, wenn zu persönlichem Vorteil gelogen wird. Das ist bei der Energiewende der Fall. Doch wird leider nicht nur dort getäuscht und verfälscht, sondern auch in der Wissenschaft. Lesen Sie „Die Erschaffung der Wahrheit“.

edition riedenburg: Vielen Dank für das Gespräch.