Fernweh mit Biss – Abenteuer Mongolei

Reise-Thriller | Autor: Gottlieb Eder

Erscheinungstermin: Januar 2015
Umfang: 192 Seiten, zahlreiche s/w-Fotos
Format: 14 x 22 cm
Ausstattung: Paperback
ISBN: 978-3-902943-70-5

 19,90 (as of 5. April 2016, 11:17) inkl. USt.

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ISBN eBook: 978-3-902943-71-2

€17,99 inkl. USt.

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Kurzbeschreibung

Dünnpfiff in der Wildnis der Mongolei? Der passionierte Pinzgauer Fliegenfischer und Ökologe Gottlieb Eder hat sich, von Fernweh getrieben, an die Fersen der Dinosaurier geheftet und nach Zentralasien begeben. Mongolei! Reiseprospekte und Internet-Recherchen versprachen unglaubliche Eindrücke in den endlosen Weiten der Steppe.

Doch die Realität sieht anders aus. Eders Hotel ist verwahrlost, und die stille Idylle der Jurtensiedlung außerhalb des Speckgürtels von Ulan Bator wird von penetrant stinkenden Plumpsklos ohne fließendes Wasser geprägt. Auf den Kulturschock im Moloch der Hauptstadt folgt das ersehnte Naturerlebnis, denn Eder macht sich gemeinsam mit seinen Reisegefährten auf den Weg Richtung sibirische Grenze. Rentiernomaden und unbegradigte Flüsse sind das Ziel. Tatsächlich bringen die in Österreich gebundenen Heuschrecken erstklassige Beute für den begeisterten Fliegenfischer.

Dann jedoch geht es rasant bergab. Und zwar nicht nur im Landcruiser, sondern auch mit Eders Eingeweiden. Diese sind dem bei einer Gastfamilie verzehrten fetten Hammelfleisch und den fremden Bakterien nämlich nicht gewachsen. Der Outdoor-Freak beißt sich durch. Er absolviert sogar seinen ersten Querfeldein-Ritt. Bis er eines Tages mutterseelenallein durch die Landschaft irrt und seine Körperfunktionen kaum noch aufrecht erhalten kann.

In seinem packenden Reise-Thriller spart der pensionierte Lehrer nicht mit Selbstironie. Ein Buch für alle, die auch vom Sofa aus richtig großes Abenteuer erleben wollen. Note: Sehr gut.

Inhalt

Anreise … 6
Erlebnishotel … 14
Ulan Bator … 20
Nationalstolz … 32
Dschingis Khan … 38
Hammelsterben … 46
Gastfreundschaft … 56
Bauernopfer … 68
Steppensafari … 76
Reiterspiele … 84
Winterlager … 92
Pferdetrecking … 100
Rentiernomaden … 110
Feuer … 126
Flussbefahrung … 130
Sternennacht … 138
Taimenprojekt … 142
Sishked Gol … 148
Schamanen … 154
Pestflöhe … 166
Khövsgöl Nuur … 169
Salmonellen? … 176
Rückflug … 184
Epilog … 190

Textauszug

Salmonellen?

… Für Sekundenbruchteile taucht das Licht der Blitze die karge Innenausstattung der Mietjurte in plastische Realität. Wenige Sekunden später rollt der heftige Donnerschlag übers Land. Er bestätigt die gefährliche Nähe der elektrischen Entladungen. Ohne Einbildung vermeine ich, die Ausbreitung des Paukenschlages am Zittern der Filzwände zu spüren. Das phantastische Naturerlebnis verstärkt sich durch die dünne Behausung der Nomaden.
Abgelenkt von den Wetterelementen und dem Schauspiel, überhöre ich anfangs das Rumoren in meinen Eingeweiden. Bald treibt es mich von der spartanisch harten Pritsche. Bei Tageslicht habe ich schon die Latrine inspiziert und mir die Orientierung eingeprägt. Gut getarnt steht das Häuschen in einem lichten Lärchenhain. Eine Senkgrube mit Bretterverschlag.
Die letzten Meter geleitet mich der Geruch der Fäkalien zur Hütte der Erlösung. Statt das Paradies entlang des glasklaren Sees und der kahlen Bergkette zu genießen, gehöre ich nun endgültig zu jenen dreißig Prozent Fernreisenden, die der Rache Montezumas Tribut zollen. Auch ich bin ein Opfer der häufigsten Reiseerkrankung. Ich bin ein Sklave meines Verdauungstraktes.
Nicht Selbstmitleid zersetzt meinen Überlebenswillen, sondern mein gesundheitliches Gesamtbild schürt den Verdacht auf die gefürchteten Bakterienstämme. Auf Schongang läuft mein Kreislauf. Erheblich reduziert ist meine Lebensenergie, und in einer Art von Benommenheit nehme ich mein Umfeld war. Ein Schleier trennt mich von der Realität. Antrieb und Abenteuerlust dümpeln weit unter der Reizschwelle. Trotz rabenschwarzer Finsternis entwickelt das Wunderwerk des menschlichen Gehirns Farbfilme mit dramatischen Inhalten. Klebrig wie Honig heften sich die düsteren Gedanken fest und lassen sich nur widerwillig aus der bedrohlichen Kreisbahn drängen.
Schon bald muss ich erneut ins Freie. Zur Latrine schaffe ich es nicht mehr, sondern hinaus in die Steppe. Abgelenkt durch meinen körperlichen Schmerz und die negativen Gedankenspirale, hat sich unbemerkt ein Yak bis auf wenige Schritte genähert. In der Dunkelheit schockt mich das Tier wie ein Monster aus der Unterwelt. Nur kurz währt die Lähmung. Ich lasse meine Taschenlampe in die vermutete Richtung blitzen. Der Lichtkegel schneidet einen Tunnel in die Nacht … und erfasst den Bullen. Gedrungen ist sein Schädel. Tief gesenkt ist der wehrhafte Kopf des Stieres und bedrohlich ragen mir die geschwungenen Waffen frontal entgegen. Ich fühle mich im Visier seiner Hörner. Wahrlich beschissen ist meine Situation. Ich lasse das Licht zwecks Einschüchterung über seine Stirn huschen und versuche das ungebetene Vieh zu blenden.
Die Netzhaut der Augen reflektiert die Lichtstrahlen. Sie vermittelt den Eindruck von einem hellen Kugelpaar, das ständig in Bewegung über den Boden schwebt. Der Aufpasser der Herde lässt sich aber nicht vergrämen. Auf Augenhöhe sitzen beziehungsweise stehen wir uns gegenüber. Aber nicht ich habe die Toleranzgrenze überschritten, sondern der Yakbulle hat sich in der Dunkelheit angepirscht. Eine respektvolle Flucht ist mir verwehrt. Mit gefasster Stimme, meine letzte Hoffnung, erzähle ich dem Tier belanglose Geschichten. Vielleicht besänftigt es seine Laune.

Gottlieb Eder

Gottlieb Eder ist pensionierter Pflichtschullehrer und Umweltschützer aus dem österreichischen Pinzgau. Er wuchs im elterlichen Grünlandbetrieb mit Milchvieh und Frühstückspension auf. Sein erster kapitaler Fang war ein kopfloser Hering, den er aus dem Dorfbach angelte. An den Haken gehängt hatte ihn sein Vater. Denn Gottlieb war erst vier Jahre alt, an Tuberkulose erkrankt und infolge der langwierigen Behandlung schwer von Langeweile geplagt. Sobald er genesen und älter war und als Schwarzfischer und Indianerhäuptling die Heimat ausreichend erkundet hatte, zog es ihn in die Ferne. In Alaska, Sibirien und der Mongolei erlebte er mit Natur, Mensch und Fisch größere Abenteuer, als ihm lieb war. Über die Begebenheiten in Ulan Bator und dahinter hat er den humorvollen Reise-Thriller „Fernweh mit Biss – Abenteuer Mongolei“ (edition riedenburg) geschrieben.

 

Bücher von Gottlieb Eder

 

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