Wildes Fischen – Der Pinzgauer Fliegenfischer Gottlieb Eder angelt sich von Aal bis Zander durch die Welt

Autor: Gottlieb Eder

Erscheinungstermin: November 2018
Umfang: 196 Seiten
Format: 15,5 x 22 cm
Ausstattung: Paperback
ISBN: 978-3-903085-81-7

 

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ISBN eBook: 978-3-903085-82-4

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Ein Hornhecht in der Bermuda verstaut statt im Fangnetz? Blutgierige Stechmücken in der Tundra, die sogar richtige Männer in den Wahnsinn treiben? Eine in der Mongolei langsam kultivierte Darminfektion, die drastische Mittel erfordert? Ach du dickes Ei!

Eigentlich hatte Gottlieb Eder nur den Fisch im Sinn und wie man ihn am besten überlisten kann. Doch die vielen abenteuerlichen Reisen über den Oberpinzgau hinaus machen das Zielobjekt immer wieder zum Nebendarsteller. Trotzdem lässt der Angel-Profi auch Nicht-Fischer und Naturliebhaber daran teilhaben, wie man mit List und Tücke Aal, die Vielfalt der Salmoniden und Zander an den Haken bringt. Denn eines ist klar: Das Privileg zu fischen ist ein Geschenk! Und der Traumfisch muss jeden Tag aufs Neue verführt werden, egal ob in der Heimat oder ganz weit weg.

Inhalt

HERINGE – Prägung … 7

BACHFORELLE – Im tiefen Keller … 13

PFRILLEN – Wasserbau … 19

DRAHTIGES HANDWERK – Lehrzeit … 25

SCHWARZREITER – Durch die Maschen … 29

HORNHECHT – Dialog im Salzwasser … 34

SETZLINGE – Starthilfe … 40

RAINBOW – Lehrgeld … 47

MEERÄSCHEN – Bekanntschaft mit dem Großbaum … 53

LAMMZUNGEN – Grundnetzschweinerei … 58

NAPOLEONFISCH – Ein friedliches Monster … 66

POLYPEN – Korallenpracht … 73

FLIEGENHUCHEN – Blamage … 79

BARBEN – Der Krampf mit dem Riesenfisch … 87

BÄREN – Eine haarige Angelegenheit … 95

SILBERLACHS – Traum der Fliegenfischer … 102

AAL – Musikalisches Nachtfischen … 110

SEESAIBLING – Scharfschützen … 119

LACHSFORELLE – Zwiespalt … 127

TAIMEN – Pein am Polarkreis … 136

LENOK – Trauerspiel … 144

URFORELLE – Autochthone Linien … 152

SAVA BOHINJ – Heikle Flossen … 157

SPANISCHER ZANDER – Stausee Riba-Roja … 161

WELS – Fliegende Wegweiser … 171

FLUSSBEFAHRUNG – Nasse Manöver … 177

GELBSCHWANZÄSCHEN – Mongolische Schönheiten … 182

Leseprobe

HERINGE – Prägung

[…] Unvergessen hat sich das Erlebnis und die Aufregung um meinen ersten Fisch in mein Gedächtnis gegraben. Glasklar rinnt das Wasser, aber ich fische ohne Blickkontakt quasi im Trüben. Dennoch begreife ich das Rucken und Zupfen am Ende der handgemachten Stange. Überrascht von dem sonderbaren Verhalten reiße ich ahnungslos im Schrecken die Schnur mit Schwung aus dem Bach. Pfeilschnell fliegt tatsächlich ein kleiner Fisch an meinem Liegeplatz vorbei. Beinahe wäre er im Geäst der Stauden gelandet. Das feinschuppige Tier ist bewundernswert. Wie die Zeichnung eines Zebras wechselt sich die helle Bauchseite mit dem dunklen Strich am Rücken. Nach Zwiebeln dünkt mir der Geruch des ersten Fanges. In meinem Gefühlsüberschwang übersehe ich das Fehlen des Kopfes. Der Schlitz am Bauch fällt mir überhaupt nicht auf. Mein Triumphgeheul lockt überraschend schnell meinen Vater herbei, der zufällig um die Waschküche biegt. Meine Freude ist überschäumend. Sein listig verteiltes Lob spornt zur Ausdauer an. Immer wieder erwische ich diese Spezies der heimischen Bachbewohner.

Erst viel später erfahre ich, dass mein Vater – gut getarnt im Bachbett – sich bis zu meiner treibenden Schnur geschlichen und den Haken mit einem ausgenommenen Hering aus dem Glas beködert hat. Diese erfolgreiche Lustfischerei ist eine keimende Saat. Sie prägt meine künftige Liebe zum Wasser und seinen artenreichen Geschöpfen.

POLYPEN – Korallenpracht

[…] Barrakudas lauern gerne an Riffkanten. Sie schnappen sich durch blitzschnelles Vorstoßen unvorsichtige, verletzte oder altersschwache Fische. Nach dem Angriff ziehen sich die Jäger wieder auf ihre Lauerstellung zurück. Für das menschliche Auge sind die gebänderten Flanken ziemlich auffällig, für die Palette der Beutetiere scheint das Schuppenmuster hingegen den Körper aufzulösen. Mit Bedacht und sanften Bewegungen strebe ich einen gesünderen Abstand an. Wie beim Synchronschwimmen drehen sich ihre Körper und blockieren meinen Kurs. Angriff ist die beste Verteidigung. Soll ich der Übermacht entgegenschwimmen und ihr Verhaltensmuster auf den Kopf stellen? Meine Idee kann den Reflex zur Flucht auslösen, aber auch ihre Angriffslust schüren. Ist meine Entscheidung falsch, dann graben sich viele scharfe Dolche, groß wie die Reißzähne von Wölfen, in mein Fleisch. Das Blut fördert die Raserei und im Nu haben mich die Hyänen des Meeres aufgearbeitet. Noch während sich meine Gedanken um Fressen und Gefressenwerden drehen, setzen sich wie auf ein geheimes Zeichen die Vertreter der obersten Nahrungspyramide in Bewegung. Der Abstand wächst erfreulich. Mit geschlossenem Mund atme ich auf. Zunehmend unscharf wird die Räuberbande und löst sich allmählich wie ein Spuk im Nebel auf.

Für die Verarbeitung des ungewöhnlichen Erlebnisses brauche ich Zeit, und erst allmählich gelingt es mir, meine weitere Aufmerksamkeit der Lebensgemeinschaft Riff zu widmen. Die Farbenpracht und die Vielfalt rufen keine Sättigung hervor, bis ein jäher stechender Schmerz mein Glied durchzuckt. Im Reflex reißt es mir die Faust zum Penis. Ein einziger Gedanke quält mich und zwar: „Ein hinterhältiger Barrakuda hat mir meine Männlichkeit abgebissen. Fortan werde ich als Eunuch die erzwungene Enthaltsamkeit bedauern!“ Der Griff an den Hodensack und die haptische Untersuchung beseitigen rasch die Befürchtung. Erfreulich ist der ertastete Befund, aber meine erogene Zone leidet unter feurigen Symptomen. Neuerlich wechselt das Korallenstück aus dem Schambereich in die geschützte Hand. Aus dem Wasser auf das Land treibt eiligst mich die Qual. Die Untersuchung der Genitalien, ohne Zeugen versteht sich, hat Vorrang. Eine große Fläche ist durch die heftige Entzündung schrecklich gerötet. Die Schwellung des Gliedes reißt mir beinahe die Vorhaut ein. Ich könnte mich kratzen wie ein verlauster Affe, der Juckreiz ist unbeschreiblich.

Das Korallenstück, irrtümlich als abgestorben eingestuft, hat mit ein paar Restpolypen mein Geschlecht unfreiwillig zur unangenehmen Pracht anschwellen lassen. Es gibt keine medizinische Versorgung. Das Urinieren ist eine Folter. Bei der Befragung der wenigen Experten um Behandlungsvorschläge verlege ich aus Diskretionsgründen den Brandherd einfach auf weniger delikate Hautstellen. Keiner hat in seiner Reiseapotheke Vorsorge getroffen. Nur die Zahnpasta bleibt als mildes Desinfektionsmittel. Heißes Teewasser zum Abtöten des Nesselgiftes ist mir wegen der Verbrennungsgefahr nicht geheuer. Auch das Baden im feinen Negevsand und das anschließende Abschaben mit dem Rücken des Tauchermessers oder den steifen Kreditkarten scheinen mir an dieser Stelle zu riskant. Die intime Pflege meines Unterleibes zieht sich beinahe über eine Woche, bevor ich einer Entwarnung zustimme.

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Gottlieb Eder

Gottlieb Eder ist im Sternzeichen des Schützen geboren. Sein Fernweh liegt somit in den Sternen. Schwimmen, Tauchen, Raften und Fliegenfischen zählen zu seinen Steckenpferden. Im und am Gottlieb Eder, Autor bei edition riedenburgWasser fühlt er sich wohl wie ein Fisch. Gottlieb Eder hat landwirtschaftliche Wurzeln und sein Lebensmittelpunkt ist der Pinzgau. Dennoch zieht es ihn immer wieder in die Ferne. Besonders naturbelassene Flüsse oder weitläufige Landschaften, wie sie in der Mongolei zu finden sind, haben es ihm angetan.

 

Bücher von Gottlieb Eder

 

Wildes Fischen – Leseprobe

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