Kicker Next Level
Die herzliche Art, unseren Nachwuchs zu coachen: Magic Moments für die nächste Fußballgeneration. Von Bernhard Gusenbauer, Kinder- und Jugendtrainer
„Mein Fußballwissen ist passgenau für alle Youngsters, Eltern und Trainer!“
Autor: Bernhard Gusenbauer
Erscheinungstermin: April 2026
Umfang: 320 Seiten (zahlreiche Abbildungen, Fotos und Illustrationen)
Format: 15,5 x 22 cm
Ausstattung: Paperback
ISBN: 978-3-99082-181-7
€ 24,90 inkl. USt.
ISBN eBook: 978-3-99082-182-4
€ 18,99 inkl. USt.
— in Kürze! —
Mein Name ist Bernhard Gusenbauer. Ich trainiere seit über 20 Jahren Kinder und Jugendliche im Fußball und bin der Autor von „Kicker Next Level“. Dieses Buch ist eine Einladung an alle, mich auf der höchst emotionalen Reise rund um den Fußballplatz zu begleiten. Taucht gemeinsam mit mir in die Geheimnisse des sagenhaften Stadion-Feelings ein und entdeckt, wie jeder Spielertyp sein Naturell bestmöglich entfalten kann – vom Torhüter über die Flügelspielerin bis zum Stürmer.
Abseits! Warum überlebt ausgerechnet bei den Youngsters der Gedanke „Sport macht Spaß“ nur selten ein ganzes Fußballmatch? Klar, es gibt überzogene Erwartungen, die auf dem Rasen spürbar werden. Doch vor allem ist Kinderfußball mehr als ein banales Spiel: Fußball ist das Spiel des Lebens! Und bei dem geht es spätestens im Match für Kinder, Trainer und Publikum während der Jagd nach dem runden Leder schlichtweg um ALLES.
Damit ihr jetzt und in Zukunft auch in Ausnahmesituationen fair und erfolgreich kicken könnt, stelle ich euch die „Herzkicker“ zur Seite. Eine Mannschaft aus Mädchen und Jungen, bei der das Motto gilt, „Wir kicken mit Mut, Herz und Verstand“. Die Herzkicker und meine bewährten, ebenfalls von Herzen kommenden Trainer-Tipps werden euch dabei helfen, Kinder- und Jugendfußball aufs nächste Level zu bringen und maximalen Spaß beim Fußballspielen zu haben. Denn Fußball kann jeder!
Das erwartet euch im Detail:
* Selbstvertrauen durch Teamgeist: Miteinander respektvoll Fairplay Fußball spielen
* Bei den Youngsters am Platz: Kleine Spieler mit großer Persönlichkeit richtig fördern
* Verwirkliche deine Spielerträume: Profitiere von großartigen Fallbeispielen
* Insider-Einblicke: Spieler, Trainer und Schiedsrichter live erleben
* Sei ein guter Trainer: Priorisiere richtig und achte dabei auf deine Energiereserven
* Intuition vs. Berechnung: Was nur Menschen können und die KI außen vor lässt
Extras:
* Tipps für Eltern: Wie unterstütze ich mein Kind bestmöglich?
* Fußball-Fragen über den Nachwuchs: Notiere deine Antworten direkt im Buch
* Die 10 Gebote des Fußballtrainings: Meisterleistungen optimal planen
* Kuriose Fußballgeschichten: Von echten Stars und aberwitzigen Situationen
Ein Buch vom Verlag edition riedenburg, Salzburg. Unsere Bücher sind von echten Autorinnen und Autoren, die Experten sind auf ihrem Gebiet. Keine KI in unseren Büchern.
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Inhalt
Unsere Buchpaten ... 15
Pascal Martin: Respekt für den Schiedsrichter ... 16
Marisa Wunderlin: Von Beruf Fußballtrainerin ... 18
Oliver Egger: Coming-out am Fußballplatz ... 22
Anpfiff: Mein Vorwort für euch ... 25
Warum mich der Fußball nicht mehr losließ ... 31
Meine Anfänge im Fußball ... 32
Das erste Mal im Fußballverein ... 33
Die Karriere als Erwachsener ... 34
Mein Weg zum Kindertrainer ... 35
Youngsters am Platz ... 39
Die Herzkicker – Unsere Jugendmannschaft ... 40
Jakob – Der außergewöhnliche Kampfgeist ... 41
Wie Jakob seinen Kampfgeist verliert ... 41
Temperamentvolle Zuschauer – Fluch oder Segen? ... 42
Die Dinge sind oft anders, als sie scheinen ... 45
Express-Fragen zur Selbstreflexion ... 46
Peter – Das Ausnahmetalent ... 48
Durch Vertrauen zum besten Schützen im Team ... 48
Gutes Dribbeln schadet nicht ... 49
Garantiert zum Erfolg: Der Torriecher ... 50
Express-Fragen zur Selbstreflexion ... 53
Hannes – Tormann oder Feldspieler? ... 54
Wie du mit Courage Wunder erzeugst ... 56
Feedback ist wichtig – oder doch nicht? ... 57
Der Trainer legt die Spielerpositionen fest ... 59
Express-Fragen zur Selbstreflexion ... 60
Noah – Kinder wollen gesehen werden ... 62
Noahs Gefühlsausbruch ... 62
Trainingspause – Fluch oder Segen? ... 64
Express-Fragen zur Selbstreflexion ... 66
Alexander – In den Mühlen des Schulsystems ... 68
Das Geheimnis, warum Schule nicht funktioniert ... 69
Drucksituationen erzeugen Krankheiten ... 71
Welche Zukunft wünschen wir uns für unsere Kinder? ... 72
KI: Die Künstliche Intelligenz – Mensch gegen Maschine ... 72
Express-Fragen zur Selbstreflexion ... 74
Lena – Der schnellste Weg zu neuem Selbstvertrauen ... 76
Falsche Antworten und die Angst vor Blamage ... 76
Neues Selbstvertrauen für Lena ... 77
Express-Fragen zur Selbstreflexion ... 79
Silas – Vom störenden Außenseiter zum Teamplayer ... 82
Projekt „Teamgeist“ ... 83
Mit ungewöhnlicher Moralpredigt zum Erfolg ... 84
Express-Fragen zur Selbstreflexion ... 86
Tobias – Fußball für alle: Inklusion auf dem Spielfeld ... 88
Ein außergewöhnliches Kind erzielt das Goldtor ... 88
Was jeder über Inklusion wissen sollte ... 89
Express-Fragen zur Selbstreflexion ... 91
Moritz – Wie du Vertrauen durch Kritik gewinnst ... 92
Der verhängnisvolle Fehlpass ... 92
Richtige Umgangsformen im Team stärken ... 93
Wie bringen wir Kindern Kritikfähigkeit bei? ... 93
Kinder richtig kritisieren: So geht‘s! ... 94
Kritik in der Sandwich-Methode ... 96
Konfliktsituationen lösen ... 96
Express-Fragen zur Selbstreflexion ... 98
Verena – Mut besiegt Angst ... 100
ANGST als Taktik ... 100
Der verschossene Elfmeter ... 101
Der Spieler des Spiels ... 102
Die größte Herausforderung für Lionel Messi ... 103
Express-Fragen zur Selbstreflexion ... 104
Hakim und Abdul – Rassismus stinkt zum Himmel ... 106
Wenn es in der Kabine muffelt ... 106
Der Auslöser für Mobbing ... 106
Die knallharte Abrechnung mit dem Team ... 108
Die unsichtbare Gefahr der Mikroaggression ... 109
Express-Fragen zur Selbstreflexion ... 111
Sophia – Frauen an die Macht! ... 112
Die Unterdrückung des Frauenfußballs ... 112
Der diplomatische Tanz der richtigen Wortwahl ... 113
Die Talente von Sophia ... 115
Vom Rohdiamanten in die Bundesliga ... 116
Express-Fragen zur Selbstreflexion ... 118
Das Match ... 121
Stadionluft hinter den Kulissen ... 122
Das Vorwort des Fußballreporters ... 123
Die Fans kommen ... 124
Malen und Rätseln – leg los! ... 127
Das Fußballstadion ... 133
Herzkicker gegen Donnerpiraten ... 135
Aufstellung Team Herzkicker ... 137
[1] Alexander (Torhüter) ... 138
[2] Moritz (Innenverteidiger) ... 138
[3] Verena (Innenverteidigerin) ... 138
[4] Hakim (Außenverteidiger) ... 138
[5] Abdul (Außenverteidiger) ... 138
[6] Silas (Flügelspieler) ... 139
[7] Lena (Flügelspielerin) ... 139
[8] Noah (Mittelfeldspieler zentral) ... 139
[9] Jakob (Mittelfeldspieler zentral) ... 139
[10] Peter (Stürmer) ... 139
[11] Tobias (Stürmer) ... 140
[12] Hannes (Mittelfeldspieler zentral) ... 140
[13] Sophia (Flügelspielerin) ... 140
Kurz vor dem Anpfiff ... 141
- Halbzeit ... 144
Halbzeitpause ... 147
- Halbzeit ... 151
Kurz nach dem Abpfiff ... 160
Schlusswort ... 161
Match Nachbetrachtung ... 162
Cristiano Ronaldo – Der verletzte Kapitän ... 162
Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, Fußballprofi zu werden? ... 162
Manchmal braucht man eine Umarmung ... 163
Welcher Trainer willst du sein? ... 167
Wichtige Werte, die jeder Trainer kennen sollte ... 169
Respekt ... 169
Fürsorge ... 171
Teamgeist ... 175
Fairplay ... 177
Wie lautet der Maßstab für Erfolg? ... 181
Achtung: Künstlicher Leistungsdruck! ... 182
Der intelligente Weg zur Führungspersönlichkeit ... 183
Die Fledermaus als Maskottchen ... 184
Allein sind wir ein Tropfen – zusammen ein Ozean ... 185
Die Macht der Kapitänsbinde ... 187
Kreativität außerhalb der Norm ... 189
Coaching neu definiert ... 193
Fußball aus Schiri-Perspektive ... 194
Der Countdown zum Spiel: Aufwärmen wie die Profis ... 197
Durchbohrt von hunderten Gegentoren ... 202
Die Zauberformel: Teilziele setzen ... 202
Erfolge gemeinsam feiern ... 205
Überheblichkeit trifft Demütigung ... 205
Die schockierende Wahrheit über Schreiattacken ... 210
Halbzeitpause – Ruhiges Gebrüll oder donnerndes Schweigen? ... 213
Müssen alle Kinder spielen? ... 216
Es ist nie zu spät, um Regeln aufzustellen ... 220
Herr Stapelmann stellt sich vor ... 220
Eltern – Ein Blick hinter die Kulissen ... 222
Anfeindungen gegen Schiedsrichter ... 225
Allein gegen alle – Die Sicht des Unparteiischen ... 226
Warum hören Kinder mit dem Fußballspielen auf? ... 230
Die Angst vor Fehlern ... 231
Kinderwünsche ernst nehmen ... 231
Wie du die Pubertät in den Griff bekommst ... 233
Der Druck der Leistungsgesellschaft ... 234
Spalierstehen – Die Last der Rituale ... 236
Trainer-Tipps für volle Power ... 241
Das Energielevel des Trainers ... 242
Zehn smarte Tipps für gestresste Trainer ... 243
Nervosität und der Umgang damit ... 247
Der Notfallkoffer gegen Nervosität ... 248
Die „5-4-3-2-1-Methode“ ... 250
Die progressive Muskelentspannung ... 251
Die Kraft der Atmung ... 252
Nervosität als Energielieferant ... 254
Die Smartphones übernehmen das Kommando ... 255
Meine Smartphone-Regeln auf dem Fußballplatz ... 256
Die 10 Gebote des optimalen Fußballtrainings ... 259
- Die mentale Trainingsvorbereitung ... 260
- Organisation – Die Basis eines gelungenen Trainings ... 262
- Warum altersgerechtes Training wichtig ist ... 263
- Der Trainer ist der Erste, der den Platz betritt ... 264
- Schenke den Kindern Wettbewerbe ... 265
- Kinder lieben kreative Trainer ... 266
- Flexibilität, die Zauberformel im Training ... 267
- Wie streng sollte der Trainer sein? ... 269
- Hilfe, Chaos bricht aus! ... 271
- Warum Fantasie die Kinder berührt ... 274
Schlusspfiff ... 279
Anna: Fußballfieber außer Kontrolle ... 283
Kuriose Fußballgeschichten ... 297
- Vom Balljungen zum Fußballprofi ... 298
- Der Baum auf der Tribüne ... 298
- Die Anti-Biss-Klausel für den Starstürmer ... 298
- Die Eule und das finnische Nationalteam ... 299
- Die Rituale der Fußballer ... 300
- Der vergessene Torwart ... 300
- Fußballprofi adoptiert einen flitzenden Hund ... 301
- Das halbe Tor ... 301
- Fünf Tore, vier Weltrekorde ... 302
- Die Ziege als Maskottchen ... 302
Glossar: Wichtige Fußballbegriffe kurz erklärt ... 303
Quellenverzeichnis ... 306
Danksagung ... 309
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Anpfiff: Mein Vorwort für euch
Fußball ist kein normales Spiel. Es ist das Spiel des Lebens. Ein Spiel, das nicht nur auf dem grünen Rasen stattfindet, sondern direkt in den Herzen der Menschen. Fußball fesselt und schweißt ganze Kontinente zusammen. Die packenden Gefühlsausbrüche, die auf einem Fußballplatz möglich sind, werden durch Fußballfans mindestens verdoppelt. Wir alle können uns dieser Faszination nicht entziehen, denn zwischen tiefsten Enttäuschungen, Wutausbrüchen, Hoffnungstänzen und Tränen unbändiger Erleichterung liegen oft nur wenige Sekunden.
Im Fußballspiel finden wir eine Vielzahl jener Elemente, die das Leben aufregend machen. Wann erreicht das Drama seinen Höhepunkt? Genau dann, wenn die Umstände eintreten, mit denen wir absolut nicht gerechnet hätten. Wenn bestimmte Vorkommnisse unsere Absichten durchkreuzen und wir darüber keine Kontrolle mehr haben. Dazu noch eine Mischung aus Glück und Pech, Können und Zufall – fertig ist das Kochrezept für pures Adrenalin auf harmlosem Rasen. Eine Garantie gibt es im Fußball nie. Das ist es, warum Fußball das Leben perfekt nachstellt.
Seit seiner Erfindung im England des 19. Jahrhunderts hat der Fußball eine tiefgreifende soziale Bedeutung erlangt. Fußball dient zuallererst als Bindeglied zwischen verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen und schafft wichtige Begegnungsstätten. Mein Buch soll nicht zuletzt als Inspiration dienen, Kinder und Jugendliche so zu sehen, zu verstehen und anzunehmen, wie sie sind. Und zwar unabhängig von Geschlecht, Sprache, Aussehen, körperlicher Beeinträchtigung, Religion oder territorialen Grenzen. Denn daraus, nämlich aus unserer Vielfalt und Individualität, bieten sich unendlich viele Möglichkeiten der Akzeptanz und gegenseitigen Wertschätzung.
Es ist mir ein Herzensanliegen, dass Kinder bereits in ihrer Kindheit ein positives Selbstbild entwickeln. Ist Kinderlachen nicht die schönste Musik der Welt? Wenn Kinder in den Flow kommen, können wir diesen glücklichen Zustand meist gar nicht in Worte fassen: Kinderseelen strahlen dann mit einer Freude von innen heraus und in einer Klarheit, die sie in die Lage versetzt, alle täglichen Herausforderungen mit unglaublicher Leichtigkeit zu bewältigen.
Doch jenseits des Fußballparadiesgartens hat sich das Wetter bedenklich eingetrübt. Irgendetwas stimmt nicht auf unseren Fußballplätzen. Auf der Suche nach einem besseren Zusammenleben sind wir in eine üble Sackgasse geraten. Zwar ist es uns gelungen, mit den besten technischen Hilfsmitteln, die es jemals auf der Erde gab, gut voranzukommen. Aber die zwischenmenschlichen Probleme scheinen ausgerechnet dadurch größer geworden zu sein. Ich habe beobachtet, dass auf den Seelen der Kinder herumgetrampelt wird. Mitgefühl weicht Gier und egoistischer Rücksichtslosigkeit.
Um diese aus meiner Sicht bedenklichen Entwicklungen zu stoppen, ist es an uns, die Kraft unserer Gefühle wiederzuentdecken. Nur, wenn wir Denken, Fühlen und Handeln in Einklang miteinander bringen, kann unser Leben glücklich sein.
Und wie schaffen wir „guten“ Trainer diese Mammutaufgabe auf dem Fußballplatz? Ganz einfach: Wir peitschen in die Kinder nichts hinein, sondern entlocken ihnen magische Dinge!
Die Welt ist für Kinder manchmal beängstigend. Dabei brauchen sie in ihrer kindlichen Entwicklung keine reinen Wohltäter, die ihnen ihre Kämpfe abnehmen, sondern eine tiefe menschliche Verbindung. Kinder sehnen sich nach einer ruhigen Hand, die ihnen Halt gibt. Diese Hand reichen wir ihnen als Fußballtrainer. Das dadurch aufgebaute Vertrauen hilft den Kindern, sich an ihre eigene Stärke zu erinnern. Und genau darauf will ich meinen Fokus legen: Viele Aspekte meiner Berufung als Fußballtrainer treten auf den folgenden Seiten zutage. In den letzten 20 Jahren habe ich mehr als 200 Kinder im Alter zwischen fünf und sechzehn Jahren trainiert – teilweise durfte ich ihre Entwicklung über mehrere Jahre begleiten. Ich möchte direkt aus dem Herzen eines Fußballtrainers jene Inspiration geben, die es ermöglicht, Kinder und Jugendliche zu selbstbewussten und glücklichen Spielern des Lebens heranreifen zu lassen.
Viel Freude beim Lesen wünscht
Bernhard Gusenbauer
Trainer-Tipp: Das Buch kann auf zwei verschiedene Arten gelesen werden:
Emotionsgeladene Leser, die sofort mit Dramatik in das Buch einsteigen wollen, können nach dem Kapitel „Warum mich der Fußball nicht mehr losließ“ direkt mit dem „Match“ (S. 121) starten und dann zum Kapitel „Spieler“ (S. 39) übergehen.
Ruhigeren Lesern, die einen langsameren Einstieg in das Buch wünschen, empfiehlt sich das Kapitel „Youngsters am Platz“ (S. 39) als Startpunkt.
Keine Variante ist besser oder schlechter. Vertraue einfach auf dein Gefühl.
Übrigens: Kursivschreibungen und diese Grafik verdeutlichen, dass wir uns jetzt direkt auf dem Fußballplatz befinden.
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Leseprobe
Warum mich der Fußball nicht mehr losließ
Meine Anfänge im Fußball
Fußball ist mein Leben und war es immer schon. Zum Beispiel daheim in Thallern, einem kleinen Dorf in Niederösterreich, wo ich mit meinen zwei Brüdern das halbe Wohnzimmer umräumte, um Platz zum Fußballspielen zu schaffen.
Sessel wurden als Fußballtore aufgestellt, Matratzen dienten als Sturzraum für den Tormann.
Ein Dankeschön an unsere Mutter, die beide Augen zudrückte, damit wir unsere Fantasien ausleben konnten – auch wenn mal eine Lampe kaputtging. Gelegentlich spielte auch unser Vater mit, dann waren wir Kinder nicht mehr zu halten. Das Ganze war ganz einfach ein Riesenspaß für uns als Familie!
Der nahegelegene Fußballplatz wurde zu unserer zweiten Heimat. Jede freie Minute verbrachten wir auf dem Rasen, wo uns erst die Dunkelheit der Nacht zwang, nach Hause zurückzukehren. Gelächter, Freude und das vollkommene Vergessen dessen, was um uns herum passierte, begleiteten uns. Fußball, das ist in meinen frühesten Erinnerungen ein unaufhaltsamer Strom, der mich lebendig werden ließ.
Während andere Kinder mit Kuscheltieren spielten, fand ich meine Geborgenheit in der Liebe zum Fußballspiel.
Das erste Mal im Fußballverein
Eines Tages kam es anders, als ich es mir für meinen liebsten Sport erträumt hätte. Der unbeschwerte Kinderfußball ist für mich mit acht Jahren beim örtlichen Fußballverein abrupt zu Ende. Dinge prallen auf mich ein, auf die mich keiner jemals vorbereitet hat: Angst, Druck und Beschimpfungen. Die schlechte Gruppendynamik in der Mannschaft trägt ihr Übriges dazu bei, dass ich mich unwohl fühle. Zudem sitzen an der Spitze des Vereines Trainer, die uns wie Erwachsene behandeln.
Ich fühle mich gefangen von Kräften, die mein Selbstwertgefühl zerschmettern. Die Angst vor Fehlern lastet schwer auf meinen schmalen Schultern. Aus heutiger Sicht kann ich sagen, dass sich die Gesamtsituation als äußerst schwieriger Start in mein Fußballerleben gestaltet.
Ich bin der achtjährige Junge, der schüchtern in der Kabine kauert. Es ist Halbzeitpause bei einem Match, wo wir zurückliegen. Der Trainer knallt die Tür so heftig zu, dass sie fast aus den Angeln springt. Verängstigt rutsche ich zurück, bis ich gegen die kalte Mauer stoße. Mein Herz pocht wild aus dem Takt. In den Gesichtszügen des Trainers lässt sich seine Wut nur erahnen. Es ist nicht die Art Wut, die man in sich hineinfrisst, sondern die, bei der Teller gegen die Wand knallen und einen Scherbenhaufen hinterlassen. In einem heftigen Donnerwetter entlädt sich seine Anspannung, bis auch der letzte Teller seinen Dienst verrichtet hat.
Starr vor Angst lassen wir den Frontalangriff über uns ergehen. Meine Mitspieler und ich haben keine Chance, sich zu wehren. Als wir nach den verbalen Schlägen wie benommen aus der Kabine taumeln, sind unsere Gesichter kreidebleich. Mit hektischen Bewegungen werden Tränen weggewischt. Obwohl die Situation ein Machtspiel ist, unfair und destruktiv, hören wir weiter auf unseren Trainer und folgen ihm, ohne sein Verhalten kritisch zu hinterfragen. Fußball bedeutet für uns die Welt. Und unser Trainer eröffnet uns diese Welt. Aber durch seine schreckliche Art passiert etwas mit uns, das uns nachhaltig verändert: Wir hören auf, uns selbst zu lieben.
***
Youngsters am Platz
Die Herzkicker – Unsere Jugendmannschaft
Im Fußballuniversum lassen sich Spielertypen grundsätzlich in folgende Rollen einteilen: Der Ballkünstler zeigt ein außergewöhnliches Ballgefühl; der Torjäger schießt viele Tore; der Verteidiger versucht, die Angriffe der Gegenmannschaft zu stoppen; der Leader ist der Anführer, der auf dem Platz den Ton angibt; der Spielmacher lenkt das Spiel mit Übersicht und findet kreative Lösungen; der Allrounder oder Teamplayer ist vielseitig einsetzbar und stellt das Wohl des Teams über seine eigenen Interessen; der Torhüter versucht zu verhindern, dass der Ball ins Tor der eigenen Mannschaft gelangt.
Ich freue mich, euch nun die Spielerinnen und Spieler einer phantastischen Jugendmannschaft vorzustellen. Sie alle haben in unzähligen Trainingsstunden nach meiner Pfeife gewuselt. Und mit allen verbindet mich die Leidenschaft für das runde Leder.
Mit anderen Worten: Hier laufen 13 Youngsters auf den Platz ein, die später einmal kleinere und größere Meisterschaften spielen werden. Im Fußball und im echten Leben.
Los geht’s mit den Youngsters der „Herzkicker“!
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Jakob – Der außergewöhnliche Kampfgeist
„Der Typ ist so quirlig, der geht nach dir in die Drehtür und kommt vor dir wieder raus.“
(Béla Réthy über den höchst beweglichen argentinischen Superstar Lionel Messi)
„Hallo Trainer, ich bin’s, Jakob. Ich wollte mich dafür entschuldigen, dass ich heute beim Trainingsmatch ohne echten Kampfgeist war. Beim nächsten Mal werde ich alles geben!“
Bis zum heutigen Tag habe ich niemandem von dieser Nachricht erzählt, die eines Tages auf meinem Smartphone hochploppt. Auch Jakob machte daraus ein Staatsgeheimnis. Möge er mir verzeihen, seine Worte an dieser Stelle öffentlich zu machen. Sie zeigen, dass Kinder bereit sind, aus ihren Fehlern zu lernen.
Es gibt kaum eine Sportart, wo mehr Ungerechtigkeiten passieren als im Fußball. Das Gefühl, etwas nicht bekommen zu haben, was einem nach eigener Ansicht nach zusteht, zeigt sich letztlich in Frustration.
Mit dieser Haltung begeben wir uns jedoch in eine Opferrolle. Die Leistungsfähigkeit ist beeinträchtigt und wir schaden mit dieser Einstellung der Mannschaft. Den eigenen Stolz zurückzustellen, fällt nicht leicht. Aber es ist das wertvollste Geschenk, das wir uns selbst machen können: Lernen, das Unabänderliche zu akzeptieren.
Eine negative Situation kann als Chance für eine gewinnbringende Veränderung genutzt werden, wenn wir eine positive Denkweise entwickeln.
Wie Jakob seinen Kampfgeist verliert
Jakob hat einen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn. Dieser ist so stark, dass er im Training seine Leistungsfähigkeit herunterfährt. Der Grund dafür ist simpel: Seine Mannschaft hat einen Spieler weniger zur Verfügung. Aus taktischen Gründen, weil wir Offensive gegen Defensive spielen.
Ich versuche, Jakob zu motivieren, scheitere aber an diesem Vorhaben. Jakobs Kopf ist gesenkt. Mit seinen zerzausten, kastanienbraunen Haaren schleicht er lustlos umher. Auf der linken Wange besitzt Jakob einen kleinen Leberfleck, der aussieht wie ein Herz. Das Kämpferherz hat er jedoch verloren, während seine Teamkollegen aufopferungsvoll fighten.
Nach dem Training trommle ich die Kinder zusammen: „Im Fußball können Dinge passieren, die nicht gerecht sind. Habe ich dadurch die Erlaubnis, den Kampfgeist aufzugeben? Fußball ist ein Mannschaftsport. Das Team steht an erster Stelle. Die Frage lautet, ob ich bereit bin, meine Mitspieler zu unterstützen, auch wenn ich dadurch selbst benachteiligt werde. Diese Entscheidung müsst ihr für euch selbst treffen!“
Ich vermied es, Jakob direkt anzusprechen. Doch er verstand meine Botschaft.
Noch am selben Abend schickte er mir die obige Nachricht. Jakob hat sein Team nie wieder im Stich gelassen.
Temperamentvolle Zuschauer – Fluch oder Segen?
Das Rockkonzert verspricht dröhnendes Spektakel: Schlagzeug, Gitarren und gigantische Lautsprecherboxen lassen Brustkorb und Boden vibrieren. Diese Art von Musik soll gehört und gespürt werden. Sie bringt unsere Ohren an die Grenzen ihrer Belastbarkeit.
Bei vielen Kinder-Fußballturnieren in Sporthallen mit entsprechender Akustik spielen sich ähnliche Szenen ab: Frenetisch schreiende Zuschauer johlen um die Wette, während es Trainer und Eltern auf rekordverdächtige Dezibelwerte bringen.
Hier herrscht nicht zuletzt das Ego der Erwachsenen wie ein Tyrann. Dabei ist jedes Mittel recht, um zu gewinnen. Die erblassten Gesichter der Kinder werden nicht wahrgenommen. Im Gegenteil: Man lädt den Erfolgsdruck einfach lautstark auf ihren Schultern ab.
Der Hexenkessel in der Halle erzeugt eine aufgeheizte Atmosphäre. Wir stehen im Finale. Ich motiviere meine Mannschaft: „Das ist unser letztes Spiel, die Halle ist voll. Zeigen wir noch einmal unseren Kampfgeist. Wenn wir mit Herz spielen, ist alles möglich!“
Der Funke springt über, die Kinder freuen sich auf das Spiel. Als hysterische Zuschauer das Kommando übernehmen, ist es mit der Ruhe vorbei. Es fliegen aggressive Sätze wie „Hau ihn aus den Schuhen!“, „Was machst du da für einen Blödsinn!“ oder „Schiedsrichter, das war ein Foul, kauf dir eine Brille!“ durch die Luft.
Das Schreien vor Wut ist zwar nichts Bedrohliches, wenn es von einer einzelnen Person ausgeht, aber in der anonymen Masse nimmt die Wut so richtig Fahrt auf. Sie entwickelt sich zu einem gewaltigen Sturm, der in wenigen Sekunden eine Spur der Verwüstung hinterlässt.
Das Anfeuern der Zuschauer fühlt sich mehr an wie Druck, nicht wie Unterstützung. Es klingt nicht nach „Wir glauben an euch!“, sondern eher nach: „Nun macht schon!“ Das harte, ungeduldige Klatschen zieht die letzte Leichtigkeit aus diesem Spiel heraus.
Ich beobachte die Kinder und es kommt, wie es kommen muss: Die aggressive Haltung auf der Zuschauertribüne überträgt sich automatisch auf die Spielweise der Kinder. Die Zweikämpfe werden härter und das Spiel ruppiger. Fouls werden bejubelt und die Kinder damit aufgestachelt. Die kleinen Fußballer verhalten sich wie Marionetten in einem Puppentheater.
Bereits nach kurzer Zeit ist es kein Fußballspiel mehr. Was sich da abspielt, gleicht einer aufgebrachten Hundemeute, die um das letzte Stück Fleisch kämpft. Das ehemals harmlose Spiel befindet sich längst an der Grenze zur Legalität.
***
Herzkicker gegen Donnerpiraten
Schiedsrichterin der Begegnung ist Klara Scharfblick. Ihr Name ist Programm, denn mit scharfem Blick wird sie dafür sorgen, dass die Spielregeln eingehalten werden. Sie ist für ihre Fairness bekannt, auch wenn manchmal unpopuläre Entscheidungen getroffen werden müssen. Klara Scharfblick hat in der Vergangenheit bewiesen, dass sie einen ausgeprägten Sinn für Gerechtigkeit hat. Und eine starke Persönlichkeit, um mit Drucksituationen auf dem Fußballplatz gut umzugehen.
Einen kühlen Kopf wird sie jedenfalls brauchen, denn es stehen sich zwei Mannschaften gegenüber, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten: Herzkicker vs. Donnerpiraten
Das Team der Herzkicker gegen das Team der Donnerpiraten, das bedeutet Mensch gegen Roboter. Herz gegen Stahl. David gegen Goliath.
Auf der einen Seite der Trainer der Donnerpiraten, Hugo Grätscher – Spitzname „Käpt’n Eisenfaust“, dem jedes Mittel recht ist, zu gewinnen.
Aus den Medien wissen wir, dass er mit Hilfe der künstlichen Intelligenz, mit der allgegenwärtigen KI, tausende Daten ausgewertet hat, um die besten Spieler zu verpflichten.
Das ist echt krass! In seinem Team herrscht ein rauer Ton. Käpt’n Eisenfaust kommandiert die Spieler wie der Befehlshaber seine Soldaten. Er bestimmt alle Handlungen: Wo soll der Spieler hinlaufen? Wann erfolgt der Pass? Wann muss der Torschuss abgegeben werden? Kleinste Abweichungen werden getadelt.
In den Gesichtszügen der Spieler zeigen sich keine Emotionen, sie sind auf perfekt funktionierende Roboter getrimmt. Lediglich Sekundenbruchteile benötigt der Donnerpiraten-Trainer, um KI-Analysen zu erstellen und um die beste Taktik gegen die Herzkicker zu finden. Dadurch hat er einen entscheidenden Vorteil, da er auf diese Weise sämtliche Schwachstellen seines Gegners kennt. Vom Prinzip her ein spannender Ansatz, um ein Spiel zu gewinnen.
Ihr fragt euch bestimmt, ob man sich in so einem Team wohlfühlen würde? Ich weiß es nicht. Sicher ist nur die These, dass die Donnerpiraten als klare Favoriten gelten. Alles andere als ein Sieg wäre daher eine grasgrüne Überraschung.
Auf der anderen Seite: die Herzkicker, der augenscheinliche Außenseiter. Dieses Team ist geformt aus Teamgeist, Fairplay und Respekt.
Trainer Bernhard Gusenbauer sorgt für eine inspirierende Atmosphäre. Hier findet jede Spielerin ihre Persönlichkeit und auch die Jungs dürfen bei den Herzkickern ihren Talenten freien Lauf lassen. Fehler werden bei den Herzkickern nicht als auszumerzendes Übel angesehen, sondern als notwendiger Entwicklungsschritt, um sich zu verbessern. Die Spielerinnen und Spieler erhalten ganz bewusst diverse Freiheiten, damit sie ihre Kreativität zeigen können.
Doch wird die Strategie der Herzkicker ausreichen, um gegen die Donnerpiraten zu bestehen? Diese Frage können wir in 20 Minuten beantworten.
Bernhard Gusenbauer, der Trainer der Herzkicker, wirkt erstaunlich ruhig. Er scheint volles Vertrauen in seine Mannschaft zu haben. Das Match nähert sich in großen Schritten.
Ohne weitere Umschweife kommen wir nun zur Mannschaftsaufstellung der Herzkicker. Sie sind bereit, sich der wohl größten Herausforderung ihrer noch jungen Karriere zu stellen.
Zur besseren Vorstellung habe ich euch die wichtigsten Spielereigenschaften nochmals zusammengefasst!
[1] Alexander (Torhüter)
Der Kapitän der Mannschaft. Er kümmert sich um seine Mitspieler und regelt Konflikte, wodurch die Harmonie im Team erhalten bleibt. In schwierigen Situationen geht Alexander voran und übernimmt Verantwortung. Durch seinen ständigen Wunsch nach Perfektion setzt er sich manchmal zu sehr selbst unter Druck.
[2] Moritz (Innenverteidiger)
Als Spaßmacher sorgt Moritz für gute Stimmung. Meistens trägt er ein Lächeln im Gesicht, auch wenn die äußeren Umstände dagegensprechen. Er ist ein kopfballstarker Spieler und sorgt auch im gegnerischen Strafraum für Torgefahr.
[3] Verena (Innenverteidigerin)
Die Elfmeterschützin im Team. Sie hat Nerven aus Stahl und behält auch in stressigen Momenten die Ruhe. Verena ist eine mannschaftsdienliche Spielerin, die die taktischen Vorgaben des Trainers zuverlässig ausführt.
…
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Suchworte: Fußball Kinder, Fußballtraining Kinder Jugend, Fußballtrainer Buch, Fußballrekorde, Fußball Coaching
Bernhard Gusenbauer
Bernhard Gusenbauer, der Autor von „Kicker Next Level“, ist seit über 20 Jahren Kinder- und Jugendtrainer im Fußball und hat bereits mehr als 200 Kinder und Jugendliche im Alter zwischen fünf und sechzehn Jahren trainiert.
Er entdeckte seine Leidenschaft für den Fußball beim SV Hollenburg. Über den Kremser SC führte ihn sein sportlicher Weg in die Fußballakademie St. Pölten, wo er lernte, dass Talent zwar gut ist, nachhaltiger Erfolg jedoch aus Zielstrebigkeit und Disziplin entsteht.
Die aktive Karriere als Fußballer führte Bernhard unter anderem zum SKN St. Pölten, wieder zurück zum Kremser SC und schließlich zum USC Weißenkirchen.
Mitten im von Weinreben eingerahmten Wachaustadion fand er nicht nur Freundschaft und echten Zusammenhalt, sondern seine wahre Berufung: Kinder und Jugendliche auf ihrem sportlichen Weg zu begleiten. Er legte die Fußballschuhe ab, absolvierte Trainerausbildungen und übernahm Verantwortung an der Seitenlinie.
Neben seiner Trainertätigkeit engagiert er sich in sozialen Projekten, um Kindern den Weg in den Sport zu erleichtern – ganz nach dem Motto: „Jedes Kind verdient einen Platz im Team.“
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