Hey Darmzotte! Jugendroman zur Zöliakie (Cover)
Hey Darmzotte! Jugendroman zur Zöliakie (BC)

Hey Darmzotte! Jugendroman (Empfohlen von der Deutschen Zöliakie Gesellschaft e.V.)

Empfohlen von der Deutschen Gesellschaft für Zöliakie e.V.

Autorin: Verena Herleth

Erscheinungstermin: April 2017
Umfang: 160 Seiten
Format: 15,5 x 22 cm
Ausstattung: Paperback, zahlreiche s/w-Illustrationen der Autorin
ISBN: 978-3-903085-74-9

 14,90 (as of 21. April 2017, 22:37) inkl. USt.

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ISBN eBook: 978-3-903085-75-6

€ 12,99 inkl. USt.

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«‹Andere Jugendliche mit deinem Problem.› Der Satz ihrer Mutter prallte durch Carinas Kopf wie ein explodierendes Popcorn und hinterließ überall Brandwunden. ‹Pah! Dein Problem! Mein Problem!›, machte Carina ihrer Wut laut Luft. ‹Das Problem heißt Laktose- und Glutenunverträglichkeit.›»

Carina ist seit einem Jahr an Zöliakie erkrankt und wird von ihren Eltern nach wiederholten Krankenhausaufenthalten zu einem Ernährungskurs angemeldet. Wiederwillig fährt sie in die Berge und trifft das erste Mal auf andere Jugendliche mit ihrer Erkrankung. Obwohl alle Gruppenmitglieder die Diagnose Zöliakie an diesen Ort brachte, stellen sie fest, dass sie noch viel mehr verbindet als ihre Erkrankung. Wie gut, dass ihr Tagebuch Paulchen keine Geheimnisse ausquatscht. Auch nicht Carinas zunehmendes Interesse an Maxin, dem netten Jungen aus ihrer Gruppe …

 

Ein Jugendbuch zu Zöliakie und Behinderung durch Anderssein.

 

Prolog

„Hier probier mal meinen Kuchen, den habe ich gestern selbst gebacken.“ Carina drehte den Kopf ihrer neuen Mitschülerin Lea zu und blickte auf den verlockend duftenden Apfelkuchen. Ihre Nackenmuskeln spannten sich an und sie schüttelte den Kopf. „Nein, danke. Ich habe Kekse dabei“, murmelte sie mit viel Überwindung.

Wie gerne hätte sie den Kuchen gegessen, doch sie durfte nicht. Missmutig zog sie ihre Packung trockener Kekse aus der Tasche. Heute Morgen hatte sie diese noch im Supermarkt gekauft. „Unsere Abteilung Sondernahrung finden Sie hinten links“, hatte ihr die Verkäuferin erklärt. Carina legte den Kopf in den Nacken, so konnte sie verhindern, dass ihr die Tränen über die Wangen liefen. In ihrem Kopf schossen Gedanken kreuz und quer und vermischten sich mit ihren Gefühlen.

„Sondernahrung, Sondermüll, Sonderanfertigung – all das bedeutete mehr Aufwand, war anstrengend, außerhalb des Normalen, einfach assi. Der Konrad aus meiner Klasse braucht Sonderanfertigungen für Schuhe, da er Füße hat wie ein Nilpferd, so breit und riesig. Ja, und ich brauche Sondernahrung, weil es mein Darm mit dem Essen sehr genau nimmt. Warum muss ausgerechnet ich diese Scheißerkrankung haben?“, überlegte Carina und spürte die Wut auf sich selbst, ihren Körper und alle um sie herum.

Schon wieder machten sich die Tränen in ihren Augen breit. Ihre Finger nestelten und zupften an ihrer Gürtelschnalle. Schnell zog sie die Luft in ihre Lunge ein, riss die Packung Kekse auf und biss in einen hinein, der in ihrem Mund zerfiel wie eine Sandburg.

***

Carinas Problem

„Schluss jetzt, Carina. Keine Widerworte mehr. Du fährst in den Ferien nach Bad Tölz zu diesem Ernährungskurs.“ „Aber Paps …“

Carina wollte ihren Eltern erklären, wie wichtig die geplante Ferienfreizeit mit ihren Freunden am Meer für sie war. Aber ihr Vater schüttelte den Kopf. „Keine weiteren Diskussionen, bitte. Du bist zu dem Kurs bereits angemeldet. Wir haben mit der Krankenkasse alles geklärt und hatten Glück, dass so kurzfristig noch ein Platz frei geworden ist. Am Montag fährt dein Zug“, beendete Carinas Vater das Gespräch.

Kraftvoll presste Carina die Lippen aufeinander. Sie wollte auf gar keinen Fall weinen, drehte ihren Kopf auf die andere Seite und blickte jetzt zu den kleinen Spinden ihres Krankenhauszimmers.

„Ach Carina, das wird sicher schön. Die Berge, andere Jugendliche mit deinem Problem und es soll ein sehr schöner Sommer werden“, redete ihre Mutter auf sie ein.

Carina tat so, als höre sie nicht hin, konzentrierte sich auf die kleinen Schlüssel an den Spinden und zählte die Anhänger, die daran befestigt waren. Es waren bunte Holzanhänger, immer zwei pro Schlüssel – insgesamt genau acht.

Schweigend verließen ihre Eltern das Krankenhauszimmer. Endlich war sie allein.

„So ein Mist. Ich will nicht nach Bad Tölz. Warum kann ich nicht ganz normal sein, alles essen und die Ferien verbringen wie meine Freunde?“, dachte Carina verzweifelt und die zurückgehaltenen Tränen liefen ihr über die Wangen.

„Andere Jugendliche mit deinem Problem.“ Der Satz ihrer Mutter prallte durch ihren Kopf wie ein explodierendes Popcorn und hinterließ überall Brandwunden. „Pah! Dein Problem! Mein Problem!“, machte Carina ihrer Wut laut Luft. „Das Problem heißt Laktose- und Glutenunverträglichkeit.“ Sie kramte in der Schublade neben ihrem Krankenbett nach Paulchen, ihrem Tagebuch. Es war ein rotes Lederbuch mit kleinem Schloss und Carinas größter Blitzableiter. All ihre Sorgen, Wünsche und Hoffnungen fanden darin Platz und oft ging es ihr besser, wenn Paulchen alles wusste. Sie schlug eine neue Seite auf und schrieb:

Liebes Paulchen,

am Montag schicken sie mich zu einem Ernährungskurs nach Bad Tölz. Sicher ein Kuhkaff irgendwo in den Bergen. Stell dir das mal vor! All meine Freunde dürfen an die Ostsee. Dominik fährt auch mit. Er ist so süß. Und ich glaube, er mag mich. Letzte Woche hat er mir seinen selbstgebauten Modellhubschrauber gezeigt und wir haben ihn unten am See fliegen lassen. Ganz konzentriert hat er zum Himmel geblickt und ich durfte ihn sogar kurz steuern. Das hat er noch keinem erlaubt. Vielleicht sollte ich abhauen und einfach mit ans Meer fahren? Was meinst du?

Inhaltsverzeichnis

Vorwort … 6

Prolog … 9

Carinas Problem … 10

Eine Zugfahrt ins Gestern und Heute … 13

Ernährungssanatorium … 40

Der Kurs beginnt … 48

GuLI … 53

Die erste Kochstunde … 58

Essbar oder nicht? … 64

Freizeit … 68

Gewohnheiten … 73

In Asien isst man glutenfrei … 79

Darmzotte Carina … 83

Pennys Stunde … 88

Kochduell … 92

Laktoseunverträglichkeit … 98

Geheime Planungen … 104

Offenbarungen … 107

Ausgehen … 112

Vollmond … 118

Tiefe Erkenntnisse … 124

Schwester Elfriede … 129

Letzte GuLI Stunde … 134

Geheime Treffen … 137

Abschied … 141

Wieder in Köln … 143

Leo-mail … 146

Maxin … 152

Allergie-Infos … 155

Dank … 158

***

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Verena Herleth

Verena Herleth, geboren 1980, leitet bei edition riedenburg die Buchreihe "MIKROMAKRO". Sie studierte Diplom-Sozialpädagogik. 2015 verstarb ihre Tochter Leona eine Woche vor der Geburt.  Verena Herleth, Autorin bei edition riedenburgFür "Vergebliches Warten" gestaltete Verena die Bilder für ihren damals 3-jährigen Sohn.  Möge das Buch für alle trauernden (Geschwister-)Kinder, Eltern und Familien hilfreich sein.

Das Thema „Zöliakie“ beschäftigte sie seit ihrer Schulzeit, als ihre beste Freundin an Glutenintoleranz erkrankte. Jahre später war Verena als Lehrerin tätig und vermisste ein Jugendbuch, das die Thematik aufgriff und auch als Klassenlektüre geeignet gewesen wäre. Kurzerhand griff sie zu Stift und Papier und schrieb Carinas Geschichte auf. Sie nannte ihren Jugendroman zur Zöliakie "Hey Darmzotte!".

Bücher von Verena Herleth

Hey Darmzotte! – Leseprobe

Der Jugendroman "Hey Darmzotte!" von Verena Herleth behandelt das Thema Zöliakie (Glutenintoleranz und Laktoseunverträglichkeit).

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Fachinformation der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e.V. DGE info August 2017

Die Diplom-Sozialpädagogin und Autorin Verena Herleth nimmt sich in ihrem von der Deutschen Zöliakie Gesellschaft e.V. empfohlenen Buch der Thematik einer Glutenunverträglichkeit und Laktoseintoleranz an. Mit der Geschichte über die junge Carina wird betroffenen Jugendlichen und deren Eltern ein Weg aufgezeigt, mit der Diagnose einer Zöliakie besser umzugehen. [...] Die Autorin passt sich mit ihrem Schreibstil der Jugendsprache an. Auch lässt das Buch Themen wie Liebeskummer und Freundschaft nicht aus. Fachinformationen zur Zöliakie sowie Anregungen für glutenfreie Speisen sind verständlich in die Geschichte eingebunden. Es werden Lebensmittelzutaten übersichtlich aufgelistet, die es zu meiden gilt und die verwendet werden dürfen. Eine interessante Lektüre, nicht nur für Betroffene."

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