Nayas große Sternenschwester – Vor Naya war noch ein Baby in Mamas Bauch (MIKROMAKRO)

Ein Buch für alle Sternen-Geschwisterkinder.
Autorin: Verena Herleth

Erscheinungstermin: August 2020
Umfang: 68 Seiten
Format: 21 x 15 cm
Ausstattung: Paperback, 17 farbige Illustrationen, zahlreiche s/w-Illustrationen
ISBN: 978-3-99082-056-8

€ 14,90 inkl. USt.

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ISBN eBook: 978-3-99082-057-5

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Wie ist es, wenn das große Geschwisterchen bei den Sternen lebt?
Ein Buch für alle Sternen-Geschwisterkinder.

Naya hat ihre große Sternenschwester Leona nie kennengelernt.

Leona ist nämlich schon vor Nayas Geburt gestorben. Doch was ist damals genau passiert und wie geht das mit dem Leben und dem Sterben? Naya hat so viele Fragen! Zum Beispiel diese: Hat Leona überhaupt gelebt, wenn sie schon tot ist? Kann man selbst auch sterben, zumindest im Spiel? Warum ist Leona älter und wann wird ihr Geburtstag gefeiert? Wie kann Leona ihr Geschenk aufmachen, wenn sie gar keine Hände hat? Hat man wirklich eine Schwester, obwohl man sie nie sieht?

Das liebevoll illustrierte Bilderbuch für Kinder ab dem Kindergartenalter hilft, den Stammbaum der eigenen Familie besser zu verstehen. Begleitende Anregungen für kleine und große (Vor-)Leser fördern das individuelle Verständnis, wie Folgekinder ihre bereits verstorbenen Sternengeschwister integrieren können, damit jedes Mitglied seinen Platz innerhalb der Familie findet.

– Band 8 der Buchreihe MIKROMAKRO für neugierige Kinder –

Textauszug

Hallo, ich heiße Naya. Das ist grönländisch und bedeutet „kleine Schwester“. Ich habe einen großen Bruder, der Luca heißt, und eine große Schwester, die ich nicht wirklich kenne. Sie ist schon gestorben, bevor ich geboren wurde. Papa und Mama haben sie Leona genannt.

In unserem Esszimmer hängen viele Bilder von mir und meiner Familie. Schaut mal: Das mit dem Herz sind meine Mama und mein Papa. Ganz links seht ihr meinen großen Bruder. Und das Baby war ich, als ich gelernt habe zu krabbeln.

Oft hole ich unser großes Fotobuch aus dem Bücherregal. Das schaue ich besonders gerne an. Deshalb liegt es jetzt auf dem Tisch. Hier ist ein Foto von meiner großen Schwester eingeklebt. Auf dem Bild ist sie noch ganz klein, da war sie nämlich noch in Mamas Bauch. Daneben gibt es ein Foto von mir in Mamas Bauch, das sieht total gleich aus. Zum Glück stehen unsere Namen darüber.

Leider ist meine Schwester Leona in Mamas Bauch gestorben und kam tot auf die Welt. Ich bin jetzt viel größer als Leona, aber sie ist trotzdem meine große Schwester, weil sie vor mir in Mamas Bauch war. Leona wäre jetzt schon fünf Jahre alt. So wie Lisa, meine Freundin aus dem Kindergarten. Die ist wirklich schon groß! Manchmal bekomme ich Kleider von Lisa, die ihr zu klein geworden sind.

Leona lebt nicht bei uns, weil sie auf dem Friedhof begraben wurde. Hier im Haus haben wir einen Platz auf einem Fensterbrett für sie. Da hat sie eine Kerze nur für sich und auch ein paar Kuscheltiere, die ich mir öfter ausleihen darf. Es liegen ein paar Zeichnungen neben der Kerze, die Luca ihr gemalt hat. Manchmal bringe ich ihr eine Blume vorbei. Ich mag Blumen, Leona bestimmt auch. Die Blume liegt dann lange auf dem Fensterbrett und wird irgendwann eine Trockenblume.

Einführung zum interaktiven Teil für Kinder und Erwachsene

Liebe LeserInnen, liebe Kinder, liebe Mütter und Väter,

vielen Dank, dass ihr dieses Buch gemeinsam gelesen habt. Vielleicht gab es hierfür einen konkreten Anlass oder aber das Buch fand seinen Weg ohne erkennbaren Grund zu euch.

Hier erzählt Naya von ihrer bereits verstorbenen Sternenschwester Leona. Der Tod eines Kindes ist ein dramatisches Ereignis, das viele Jahre der persönlichen Trauer mit sich bringt. Denn ein Sternenkind ist nicht nur für direkt betroffene Familienmitglieder ein Herzensthema, sondern auch für jene Kinder, die Jahre danach zur Welt kommen.

Zählen ein oder sogar mehrere Sternenkinder zur Familie, ergibt sich eine einzigartige Familienkonstellation. Besonders für Kinder, die nach dem Tod ihrer Geschwister geboren werden, ist es wichtig, von diesen zu erfahren. Die toten Geschwisterchen nehmen nämlich auch einen Platz in der Reihenfolge der Geschwister ein, der besteht und wichtig ist.

Kinder verstehen – abhängig von ihrem Alter – den Tod anders als Erwachsene. Erlebbar ist für sie primär, dass über einen bestimmten Menschen geredet wird und dieser in den familiären Ablauf integriert wird. Auch erfahren sie, dass wichtige Erinnerungsstücke existieren, die meistens nicht ausgeliehen werden dürfen.

In meiner Familie mit Luca, unserem ältesten Kind, unserem Sternenkind Leona und unserem Folgekind Naya ergeben sich manchmal interessante Gegebenheiten. Beispielsweise äußert Naya zum einen „Ich bin auch ein großer Bruder.“, um auszudrücken, dass sie schon so groß ist wie ihr Bruder. Zum anderen sagt sie manchmal „Ich bin tot.“, um zu zeigen, dass sie auch mit ihrer verstorbenen Schwester Leona verbunden ist. Ein klares Verständnis zum Tod hat sie als Dreijährige noch nicht. Dennoch ist ihr bewusst, dass sie unser drittes erlebbares Kind ist und es zwischen ihr und Luca noch ein Baby gab.

Interessant ist, auf welche Weise unser Sternenkind Leona immer wieder Thema ist. Zum einen vergleicht Luca seine zwei Schwestern und äußert auch mal mit einem Seufzer, dass er Leona gerade lieber mag, weil sie nicht so viel schreit wie Naya. Auf der anderen Seite wird Leona von den Kindern immer wieder integriert, indem sie zum Beispiel ein selbstgemaltes Bild zu ihrem Platz bringen.

Meine zwei lebendigen Kinder haben jedenfalls ein starkes Gerechtigkeitsgefühl und korrigieren andere, wenn Leona vergessen wird. Omas Aussage „meine zwei Enkelkinder“ wird zum Beispiel prompt auf „drei Enkelkinder“ verbessert. Nicht selten ist es den Kindern ein stärkeres Anliegen, auf alle Geschwister hinzuweisen, als uns Eltern.

All das zeigt, dass Geschwister von Sternenkindern um ihre verstorbenen Geschwisterchen wissen sollten, weil dieses Wissen sehr wichtig für sie ist.

Mögen wir unseren lebendigen Kindern ermöglichen, auch Sternenkinder zu integrieren, damit alle ihren individuellen Platz in der Familienkonstellation finden.

Auf den folgenden Seiten möchte ich Kinder und Erwachsene dazu einladen, sich mit den Inhalten dieses Buches noch einmal anders zu beschäftigen, Dinge zu notieren oder selbst etwas zu malen.

***

Stammbaum der Familie

Kinder: Naya berichtet in der Geschichte von ihren zwei Geschwistern. Sie ist das dritte Kind in der Familie. Gibt es vielleicht auch in deiner Familie Sternenkinder? Das wievielte Kind bist du? Kennst du all deine Geschwister? Hier kannst du etwas aufschreiben oder aufmalen.

Erwachsene: Vielleicht mögen Sie sich Zeit nehmen, um an Ihre Vorfahren zu denken. Gab es in Ihrer Familie Persönlichkeiten, die Sie besonders geprägt haben und an die Sie sich besonders intensiv erinnern? Wäre es Ihnen möglich, einen Stammbaum mit allen oder einigen Familienmitgliedern zu zeichnen?

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Verena Herleth

Verena Herleth, geboren 1980, leitet bei edition riedenburg die Buchreihe "MIKROMAKRO". Sie studierte Diplom-Sozialpädagogik. 2015 verstarb ihre Tochter Leona eine Woche vor der Geburt.  Verena Herleth, Autorin bei edition riedenburgFür "Vergebliches Warten" gestaltete Verena die Bilder für ihren damals 3-jährigen Sohn.  Möge das Buch für alle trauernden (Geschwister-)Kinder, Eltern und Familien hilfreich sein.

Das Thema „Zöliakie“ beschäftigte sie seit ihrer Schulzeit, als ihre beste Freundin an Glutenintoleranz erkrankte. Jahre später war Verena als Lehrerin tätig und vermisste ein Jugendbuch, das die Thematik aufgriff und auch als Klassenlektüre geeignet gewesen wäre. Kurzerhand griff sie zu Stift und Papier und schrieb Carinas Geschichte auf. Sie nannte ihren Jugendroman zur Zöliakie "Hey Darmzotte!".

Für Kinder ab 4 Jahre hat sie in ihrer Buchreihe "MIKROMAKRO" als Band 2 das Bilderbuch zur Zöliakie, "Hamster Henri isst glutenfrei", getextet und illustriert.

Ebenfalls für Kinder ab 4 Jahre beschäftigt sie sich im Band 3 ihrer Buchreihe "MIKROMAKRO" mit dem Thema Seelenleben nach dem Tod, und zwar im Kinderbuch "Cato, der Seelenträger".

Band 4 von MIKROMAKRO nimmt das - nicht immer ganz einfache - Lernen unter die Lupe, und zwar im humorvollen Buch "Hilli legt ihr erstes Ei".

Band 5 behandelt in "Die roten Fünf" Nahrungsmittelallergien bei Kindern.

Band 6, "Trotzdem großer Bruder", ist für alle Geschwisterkinder, die wissen wollen, wo ihr Sternengeschwisterchen im Himmel wohnt.

Band 8, "Mama und Papa heiraten", ist für alle Kinder, deren Eltern sich vermählen.

Band 8, "Nayas große Sternenschwester" ist für alle kleineren Geschwister von Sternenkindern, die ihr Sternen-Geschwisterchen nur aus Erzählungen kennen.

Bücher von Verena Herleth

Nayas große Sternenschwester – Leseprobe