Keine Gewalt in unserer Savanne! (Rituale für Familien)

Autorin: Jessica Elias
Illustratorin: Kristina Born

Erscheinungstermin: September 2026
Umfang: 109 Seiten (18 Farbseiten, zahlreiche s/w-Illustrationen sowie Vorlagen zum Ausschneiden und Ausmalen)
Format: 15,5 x 22 cm
Ausstattung: Paperback

ISBN: 978-3-99082-197-8

€ 19,90 inkl. USt.

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ISBN eBook: 978-3-99082-198-5

€ 4,99 inkl. USt.

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„RUMMMS!“ macht es, und alles stürzt in sich zusammen. Dabei wollte der kleine Löwe unbedingt einen extrem hohen Steinturm bauen. Die anderen hatten ihn sogar angefeuert. Jetzt flippt er aus und wirft vor Wut mit den Steinen. Hey! Einer davon trifft ja beinahe den Vogel!

STOPP! So nicht! Natürlich gibt es auch in der Savanne Konflikte und dumme Situationen mit ordentlichem Krach. Das wissen Mama Giraffe, Oma Hyäne und Papa Erdmännchen. Sie helfen dabei Streit zu schlichten und zeigen faire Lösungen auf. Denn starke Gefühle dürfen da sein. Aber Gewalt hat in unserer Savanne keinen Platz!

Wollt ihr wissen, wie letztlich alles ein gutes Ende nimmt und sich die Tiere wieder miteinander vertragen? Dann lest die von Kristina Born wunderschön händisch illustrierten und von Jessica Elias erfundenen Geschichten.

Mit Impulsen zum aktiven Mitmachen und einfachen Ritualen.

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Autorin Jessica Elias ist Yoga-Lehrerin und Mama. Sie liebt es, gemeinsam mit ihrer Familie in Frieden zu leben und Frieden zu stiften. Deshalb hat sie sich den Text zu diesem Buch ausgedacht.

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Wer hat die Bilder zu diesem Buch gemacht?
Das war ich, Kristina Born. Gemeinsam mit meinem Mann und meinen Kindern lebe ich in Mülheim an der Ruhr. Zwischen Familienalltag, kleinen Abenteuern und ganz viel Mamasein habe ich meine Leidenschaft für Aquarelle wieder entdeckt. Deshalb male ich liebevolle Illustrationen für Groß und Klein. Am liebsten erschaffe ich farbenfrohe Welten für Kinder mit vielen Details, die zum Träumen einladen. Schön, dass du gleich die kunterbunte Savanne besuchst! Ich wünsche dir viel Freude beim Staunen und Entdecken.

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Ein Titel vom Verlag edition riedenburg, Salzburg.
Wir machen Bücher mit viel Liebe und in Handarbeit, ganz ohne KI.

Inhalt

Hallo! ... 4
Vorwort für die Großen ... 5

Keine Gewalt in unserer Savanne! ... 7
Der kleine Löwe und sein großer Turm ... 7
Das schnelle Fangspiel am Wasserloch ... 19
Wer singt so laut am Abend? ... 27
Warum sich die Schlange nicht verstecken will ... 35
Der kleine Elefant und seine viel zu große Kraft ... 43
Ein gemeinsamer Ball für alle ... 51
Was haben die Tiere herausgefunden? ... 59
Rituale für Kinder und Erwachsene ... 69
Liebe Eltern, liebe Erwachsene! ... 70

Rituale ... 72
Stampfen statt Werfen (Wutritual) ... 73
Stopp heißt Stopp (Grenzritual) ... 74
Leise oder laut? (Bedürfnisse ausdrücken) ... 75
Nein ist Nein (Körpergrenzen schützen) ... 76
Das war keine Absicht (Entschuldigungsritual) ... 77
Teilen macht Spaß (Gemeinschaftsritual) ... 78
Abschluss der Savanne (Tagesabschluss) ... 79
Unser Savannenorchester ... 80

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Leseprobe

Der kleine Löwe und sein großer Turm

Langsam sinkt die Sonne über den Rand der Savanne. Das trockene Gras der Steppe glitzert golden. Zikaden zirpen und der große Baobab-Baum wirft lange Schatten.

„Heute bauen wir etwas Riesengroßes!“, brüllt der kleine Löwe.

„Ja! Einen Turm bis in den Himmel!“, ruft der Vogel.

Die Antilope springt aufgeregt hin und her. „Ich hole Äste, die ganz stark sind!“, jubelt sie begeistert.

Die kleine Giraffe buddelt und zieht ein riesengroßes Blatt hervor. „Das Blatt hält den Turm zusammen“, erklärt sie.

„S-s-s-super!“, findet die Schlange und hilft auch mit.

Das Chamäleon hängt am Baumstamm. Es schaut neugierig zu und wechselt vor lauter Aufregung die Farbe: erst grün, dann gelb, dann lila.

Der kleine Löwe beginnt, die Steine zu stapeln.

Er stellt Stein auf Stein. Seine Augen blitzen vor Stolz.

„Höher! Höher!“, feuern ihn die anderen an.

„Vorsicht, der wackelt schon!“, ruft die kleine Giraffe.

„Ach was, der hält!“, brummt der kleine Löwe.

Der Gecko lugt aus seiner Felsspalte und kichert: „Ganz schön schief, wenn ihr mich fragt.“

Der Vogel flattert dicht heran.

„Noch einen Stein, Löwe, dann ist der Turm fast so hoch wie du!“

„Nein, so hoch wie der Baobab!“, ruft die Antilope von weiter hinten.

Plötzlich beginnt der Turm zu schwanken.

Zuerst nur ganz leicht.

Alle halten den Atem an.

Ein Stein rutscht. Dann der nächste.

Mit einem lauten RUMMMS! kracht schließlich der ganze Turm in sich zusammen.

Staub wirbelt hoch. Der Gecko huscht erschrocken davon.

„Oh nein!“, piepst der Vogel.

„Huch!“, schreckt sich die Antilope und springt zurück.

„S-s-s-o ein Pech“, findet die Schlange und kringelt sich eng zusammen.

Der kleine Löwe starrt auf die Steine.

Sein Bauch wird heiß und bläht sich auf.

Er runzelt die Stirn.

„Das ist DOOOF!“, brüllt er dann so laut, dass die Blätter am Baobab-Baum wackeln und die Vögel aufgeregt durcheinander flattern.

Wütend packt der kleine Löwe die Steine und schleudert sie durch die Luft. Wusch – klack – pling!

Ein Stein saust dicht am Vogel vorbei. „He! Pass doch auf!“, ruft er und steigt hastig in den Himmel auf.

Die Schlange zischt ängstlich: „S-s-s-ei ruhig!“

Das Erdmännchen hebt schützend die Pfoten.

Da tritt Mama Giraffe hervor.

„Soso“, sagt sie und betrachtet das Chaos mit ihrer Nickelbrille ganz genau. Ihre Stimme ist leise, doch alle werden sofort mucksmäuschenstill.

„Kleiner Löwe, dein Turm ist umgefallen. Das macht dich wütend“, erkennt Mama Giraffe.

Der kleine Löwe atmet schwer.

„Ja! Alles kaputt! Ich wollte den größten Turm bauen!“, erwidert er empört.

Mama Giraffe nickt. „Deine Wut darf da sein. Doch die Steine sind hart und fliegen weit. Jemand könnte durch sie verletzt werden.“

Der kleine Löwe schnaubt und schnauft.

Er will seine Kraft zeigen.

Fragend schaut er zu Mama Giraffe empor.

Als Antwort tippt sie mit den Hufen auf den Boden.

Da hebt der kleine Löwe seine Pranken und stampft:

Bumm. Bumm. Bumm. Kleine Staubwolken steigen auf.

Mama Giraffe lächelt. Sie sagt: „Stampfen ist gut. Du darfst auch brüllen, wenn du willst.“

Der Löwe holt tief Luft.

Sein Brüllen donnert durch die Savanne.

Das Chamäleon färbt sich vor Schreck knallblau.

Der kleine Löwe kichert.

„Das war laut“, sagt er stolz.

Der Druck ist raus.

Sein Bauch fühlt sich schon etwas weicher an.

[…]

Mach mit!

Nimm ein Blatt von einem Baum oder etwas, das leicht von selbst fliegt.

Puste es in die Luft, so wie der Wind die Blätter in der Savanne.

Beobachte nun, wie lange es schweben darf.

***

Rituale für Kinder und Erwachsene

Liebe Eltern, liebe Erwachsene!

Bevor wir zu den Ritualen kommen, eine kurze Zusammenfassung.

Dieses Buch zeigt Tierkinder beim Spielen und beim Streiten. Denn wo viele Kinder zusammen sind, entstehen fast automatisch auch gewisse Konflikte.

Die gute Nachricht: Das ist normal. Wichtig ist also lediglich, wie wir mit den Unstimmigkeiten umgehen.

In unserer Geschichte erfahren die Tiere folgende Dinge:

  • Gefühle dürfen da sein, auch wenn sie stark sind.

Wut, Ärger, Frust oder Traurigkeit sind immer erlaubt.

  • Gewalt hat keinen Platz. Niemals.

Festhalten, Schreien oder Schlagen verletzt andere und tut weh.

  • Worte sind stark und viel besser als eine Ohrfeige.

Ein „Stopp“ oder eine Bitte können problematische Situationen rechtzeitig klären, ohne dass es zu Gewalt kommt.

  • Doofe Dinge passieren einfach so.

Wer also unabsichtlich jemandem weh tut, übernimmt dafür auch die Verantwortung und entschuldigt sich im Nachhinein.

  • Körpergrenzen sind wichtig. Wir legen unsere eigenen Körpergrenzen fest.

Jedes Kind darf Nein sagen. Dieses Nein wird auch von allen respektiert.

  • Gemeinsam finden wir in Ruhe gute Lösungen.

Wenn Kinder mitreden dürfen und wir ihnen genau zuhören, entstehen kreative Abmachungen, die für alle passen.

Diese Botschaften können wir leicht in unseren Alltag mit Kindern übertragen. Beispielsweise so:

  • Wir benennen die Gefühle des Kindes.

„Du bist wütend, weil dein Turm umgefallen ist.“

  • Wir bieten klare Alternativen zu unerwünschten Handlungen.

„Du darfst stampfen oder brüllen, aber mit Steinen zu werfen ist gefährlich und deshalb verboten.“

  • Wir machen körperliche Grenzen sichtbar.

„Stopp heißt Stopp! Ich lasse dich sofort los, wenn du das möchtest.“

  • Wir bestärken positive Erlebnisse von Kindern.

„Schön, dass ihr den Ball geteilt habt. So macht das Ballspielen viel mehr Spaß.“

Welches Fazit ziehen wir Erwachsenen daraus?

Kinder lernen am besten durch gute Vorbilder. So, wie die Tierkinder in unserer Savanne, können auch Kinder Konflikte friedlich lösen. Und zwar Schritt für Schritt.
Jeder Tag bringt uns neue Chancen, genau das zu üben und als Erwachsene vorzuleben.

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Stampfen statt Werfen (Wutritual)

Symbol:
Der Löwe, der verstanden hat, dass seine Kraft viele Formen haben darf.

Ziel:
Wut ausdrücken, ohne andere zu verletzen.

Ablauf:
Alle stellen sich aufrecht hin. Die Füße sind fest im Boden verankert. Ein kräftiges Stampfen wandert durch den Raum. Fast wie kleine Donner, die sich ihren Weg bahnen.
Wer mag, lässt ein mutiges Brüllen entstehen. Ganz so wie der kleine Löwe, der sich traut, gehört zu werden.
Zum Abschluss atmen wir gemeinsam tief ein und sammeln alles, was noch feststeckt. Mit einem langen, befreienden „Puuuuuh“ lassen wir es weit hinausströmen.

Variante:
Wir stellen uns im Kreis auf. Jetzt heißt es: stampfen und gemeinsam lachen. Auf diese Weise spüren wir, wie die Wut leichter wird, wenn wir sie miteinander tragen.

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