Nicht mehr klein und noch nicht groß: Der liebevolle Ratgeber für die Wackelzahnpubertät. Mit Tipps von der Kinderzahnärztin und Erfahrungsberichten vieler Eltern

Autorin: Andrea Zschocher

Erscheinungstermin: März 2020
Umfang: 148 Seiten (8 Farbseiten, zahlreiche s/w-Fotos)
Format: 15,5 x 22 cm
Ausstattung: Paperback

ISBN: 978-3-99082-043-8

 

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ISBN eBook: 978-3-99082-044-5

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Kündigen sich bei deinem Kind die Wackelzähne an? Ist es auf einmal wie ausgewechselt? Sind starke Gefühle an der Tagesordnung und erinnert dich das Ganze an die anstrengenden Trotzphasen der Kleinkindzeit? Weil wir alle im selben Boot sitzen, gibt es diesen Ratgeber. Mit bewährten, alltagstauglichen Tipps wirst du die sensible Zeit des Zahnwechsels liebevoll begleiten. Atme tief durch: Diese turbulente und für dein Kind sehr wichtige Phase geht vorüber! Erfahrungsberichte anderer Eltern, deren Kinder auch gerade in der Wackelzahnpubertät stecken, machen Mut und zeigen: Du bist nicht allein.

In diesem Buch erfährst du, wie die körperlichen Veränderungen deines Kindes und die Sprünge in seiner mentalen, sozialen und emotionalen Entwicklung mit dem Zahnwechsel zusammenhängen.

+ Die Bedürfnisse aller Familienmitglieder erkennen und gelassen bleiben.

+ Klarheit erlangen und Sicherheit gewinnen in stürmischen Zeiten.

+ Im Gefühlschaos das Richtige tun.

+ Wissenswertes über die Wackelzahnpubertät erfahren.

+ Empathisch kommunizieren und deine Familie stärken.

Mit Extra-Teil zur kindgerechten Zahngesundheit und Zahnpflege sowie wertvollen Hinweisen der Kinderzahnärztin.

Inhalt

Es ist nur eine Phase. Einleitung … 7

Pubertät: jetzt schon? … 11

Wackelzähne: Alles, was du wissen musst … 17

Der Zahnwechsel zwischen fünf und acht … 18

Die bleibenden Backenzähne … 20

Mehrere Zahnwechsel … 21

Achtung: Kreidezähne oder MiH … 22

Das neue Gebiss … 24

Zahnfee, Zahndose, Geschenke und Co. … 29

Zahnhygiene für die bleibenden Zähne … 33

Zähneziehen … 38

Milchzahnunfälle und die Zahnrettungsbox … 42

Nicht mehr klein … 45

Nein! – ein starkes Zeichen … 45

Ein bisschen Größenwahn gehört dazu … 49

Nörgler und Wüteriche. Eine Selbstermächtigung … 54

„Du bist so blöd!“ – Gefühle aushalten … 57

Jeden Tag Geschrei und Tränen … 62

„Ich brauche dich nicht“ – Unabhängigkeit … 64

Mitreden wollen … 68

… und noch nicht groß … 71

Abschied nehmen will gelernt sein … 72

Plötzlich wieder ganz klein … 76

Fels in der Brandung … 79

(Vor)Schulbegleiter … 83

Kontrolliertes Abenteuer … 86

Meilenstein Schuleintritt … 90

„Weißt du eigentlich, wie lieb ich dich hab?“ – Ermutigungen … 91

Im Auge des Orkans … 93

Kuscheleinheiten … 97

Meditation mit Kindern … 100

Körperliche Veränderungen … 105

Reifung … 106

Mit jeder neuen Zahnlücke einen Schritt weiter … 111

Veränderte Körperwahrnehmung … 113

Kinder, die sich bewegen müssen … 119

Wachstumsschmerzen … 121

Mama will auf den Arm: Auszeit für Eltern … 125

Loslassen … 126

Selbstbewusstsein tut gut … 129

Grenzen setzen 131

Übers Schimpfen und Blitzableitermotzen … 132

Entspannung suchen … 138

Es ist nur eine Phase. Fazit … 141

Danksagung … 143

Literatur … 145

Es ist nur eine Phase. Einleitung

Das Leben mit Kindern besteht ja bekanntlich aus Phasen. Wer von euch hat denn nicht in den ersten Lebensmonaten das Buch „Oje, ich wachse“ – oder einen ähnlichen Ratgeber – in den Händen gehalten und gedacht, dass das wohl genau so ist. Eine Phase, die kommt und wieder geht. Und nach 14 Monaten würde dann eitel Sonnenschein herrschen. An genau diese Vorstellung klammern wir uns doch alle: Alles eine Phase, alles wird besser.

Und dann merken wir: Nach der Babyzeit ist vor der Kleinkindzeit. Und das heißt vor allem: Autonomiephase. Enorm wichtig und bereichernd für die Kinder, für uns Eltern aber oft genug ein riesiger Kraftakt mit Verzweiflung, blanken Nerven und diesem „Ich will mich jetzt auch mal auf den Boden schmeißen und schreien“-Gefühl.

Jetzt aber, wenn unsere Kinder so fünf, sechs Jahre alt sind, jetzt ist das mit den Phasen doch vorbei, oder? Denkste! Jetzt beginnt nämlich die Zeit der Wackelzahnpubertät. Und durch diese Zeit, die vom sechsten bis zum elften Lebensjahr dauern kann, hilft euch mein Buch. Denn hier bekommt ihr neben jeder Menge Hintergrundwissen auch handfeste Tipps, wie ihr mit den verschiedenen Alltagssituationen im Leben mit euren Wackelzahnkindern umgehen könnt. Wie ihr es schafft, öfter den Familienfrieden wieder herzustellen und euch nicht komplett aufzureiben zwischen dem Verhalten euer Kleinen und eurem Wunsch nach Harmonie.

Die Tipps in diesem Buch kommen nicht nur von mir, nein, sie sind praxiserprobt von vielen Eltern und finden sich in zahlreichen Zitaten im Buch wieder. Denn auch wenn wir alle immer denken, dass nur unsere Kinder sich so irrational anstrengend aufführen – die erste beruhigende Wahrheit schenke ich euch gleich an dieser Stelle: Wir Eltern sitzen alle in einem Boot. Und wir alle haben Momente, in denen wir unsere Kinder nicht wiedererkennen, weil sie so ausrasten, so verzweifeln, so rumschluffen, dass wir glauben, dass das unmöglich dieselben Menschen sind, die doch gestern noch so vergnügt auf unserem Schoß saßen und deren allerwichtigste Menschen wir waren.

Die gute Nachricht: Wir sind auch heute noch die allerwichtigsten Bezugspersonen. Unsere Kinder brauchen nur mehr Zuwendung, Grenzen und Orientierung. Und Verständnis, ja, Verständnis für ihr neues Seelenleben, das brauchen unser Wackelzahnheldinnen eben auch. Wir Eltern, wir brauchen ab und zu ein Schulterklopfen, ein Zunicken und ein Anerkennen dessen, was wir so leisten.

Lasst euch das von mir sagen, wenn es euch sonst niemand sagt: Ihr macht das großartig. Ihr sorgt dafür, dass eure Kinder auch diese Phase gut, selbstbewusst und erfolgreich überstehen und daraus gestärkt und verändert hervorgehen. Wir begleiten unsere Kinder ins Leben. Mit allen Höhen und Tiefen.

Dieser Ratgeber hilft euch dabei, die Tiefen etwas abzuflachen. Und glaubt mir, wenn ich sage, wir sitzen alle im gleichen Boot. Denn während ich dieses Buch schreibe, tobt meine Tochter mit ihren Wackelzähnen durch mein Leben und ich muss das ein oder andere Mal tief durchatmen und mir immer wieder sagen: Es ist alles eine Phase.

Willkommen in der Phase der Wackelzahnpubertät.

„Du bist so blöd!“ – Gefühle aushalten

Hand aufs Herz: Welches Wackelzahnkind schreit eigentlich nicht? Müsste ich das Klima, das zeitweise in unserer Familie herrscht, wohlwollend umschreiben, das Wort „chaotisch“ träfe es gut. Alternativ auch: laut, anstrengend, nervig, wütend, ermüdend, strapaziös. Vermutlich ist das bei euch an manchen Tagen nicht anders. Alles ist zu viel, ihr seid angespannt, eure Wackelzahnkinder sind es auch.

In solchen Momenten explodiert die Stimmung dann – und ja, bei uns wird es dann laut. Und zwar nicht nur von meiner Seite. Ich gebe aber zu, auch wenn ich das nicht mag, ich motze meine Kinder an. Weil ich dem Wackelzahnkind schon 30 Mal gesagt habe, dass es jetzt bitte NICHT da hochklettern / den Bruder schubsen / am Vorhang ziehen / das Baby unter Geschrei durch die Wohnung tragen / … (beliebigen weiteren Punkt hier einsetzen) soll.

Wird auf mich gehört? Natürlich nicht.

Wir alle haben, glaube ich, diese guten Tage, an denen wir das Familienchaos und die Bedürfnisse aller Familienmitglieder mit Langmut hinnehmen können. In denen wir total im „Flow“ sind und uns nichts mühevoll erscheint. In denen wir das umgekippte Wasserglas kommentarlos (mit dem Kind) aufstellen, die Pfütze wegwischen und unser gemeinsames Essen genießen. Das sind die guten Tage, an denen, wenn überhaupt, nur die Kinder schreien.

Und dann gibt es die anderen Tage. An denen alles, wirklich alles anstrengend ist. An denen es morgens schon nicht richtig rund läuft, Zahnpastaflecken uns oder das Kind zum Umziehen zwingen, wir unter Zeitdruck stehen, wir verdammt noch mal wollen, dass irgendwas funktioniert, ohne dass wir uns den Mund fusselig reden. Es klappt natürlich nicht und dann kann es passieren, dass wir schreien. Motzen, meckern. Mit den Kindern. Oder in den luftleeren Raum hinein, was im Zweifelsfall die bessere Alternative ist. Wie ein Gewittersturm, der sich mit Blitzen und Donner entlädt.

Tröstlich ist: Ihr seid damit nicht allein.

Elternstimmen:

Yasmin: „Bei uns hilft nur Aushalten, wenn die Wut groß ist. Jeglicher Versuch auf sie einzugehen macht es schlimmer. Ich achte darauf, dass sie niemanden verletzt oder was beschädigt. Das ist alles.“

Anna: „Raus aus der Situation, ja! Schlafzimmer oder Garten, durchatmen. Pause. Oft fehlt ja genau das, eine Atempause. Aber eben leider auch Zeit für diese. Bei uns wird es zum Glück besser, je größer die Kinder werden. Auch weil sie selbst merken, wann es mir zu viel wird. Und es ist wichtig, den Kindern mitzugeben, dass alle Bedürfnisse wichtig sind! Ich glaube auch zu merken, dass das der Grund dafür ist, dass sie inzwischen so gut selbst merken, wann es zu viel ist und sie dann Rücksicht nehmen.

Christopher: „Was ich tue, wenn ich überfordert bin: Zuerst gehe ich raus aus der Situation, erde mich und beruhige mich, dann nehme ich wieder Kontakt mit meinem Kind auf, verbinde mich mit ihm, helfe ihm, sich zu beruhigen, und erst dann, erst dann klären wir gemeinsam die Situation.“

Katrin: „Wir schreien uns dann hinterher auch noch an, weil wir jetzt doch wieder geschrien haben, und das doch jedes Mal nie mehr tun wollten!!! Aber es hilft oft wirklich einfach nur raus! Wenn meine Tochter merkt, dass sie nicht mehr runter kommt, kehrt sie die Treppe.“

Und, nochmal in aller Deutlichkeit: Wenn ihr eure Kinder anmotzt, dann entschuldigt euch im Nachhinein. Sie müssen wissen, dass sie nicht das „Problem“ sind, sondern dass ihr überfordert wart.

Außerdem: Degradiert eure Kinder niemals. Sie sind nicht zu blöd / doof / faul …, nur weil sie etwas falsch machen. Sie sind klein und müssen viel lernen. Hören sie immer wieder Negatives, Schädliches, dann werden sie irgendwann glauben, dass sie das Problem sind. Aber das sind sie nicht, niemals.

Die Umstände, der Stress, unsere Überforderung – all das ist ein Problem. Mangelnde Unterstützung, keine Hilfe, das Gefühl ganz allein zu sein – auch das ist ein riesiges (gesellschaftliches) Problem. Aber unsere Kinder sind es nicht. Achtet also darauf, dass eure Kinder niemals das Gefühl bekommen, sie wären für irgendwas nicht klug, gewitzt, gescheit genug. Sie sind es. Sie sind nicht zu laut, zu anstrengend oder zu nervig. Wir mögen von etwas genervt sein, es mag sein, dass ihr Spiel uns in den Ohren dröhnt. Aber das ist unser Problem.

Wie oft habe ich meine Tochter schon gebeten, nicht neben mir zu spielen, während ich arbeite. Weil ich mich bei all den Geräuschen nicht konzentrieren kann. Aber dann sage ich das auch genau so. ICH bin die mit dem Problem. Und wir brauchen gemeinsam eine Lösung, denn jede von uns hat Bedürfnisse.

Ich sehne mich nach Ruhe, sie will spielen. Wir suchen also einen Kompromiss. Das ist durchaus nicht immer einfach. Aber es geht darum, auf Augenhöhe zu sein und anzuerkennen, dass wir unterschiedliche Wünsche haben. Deswegen ist meine Tochter nicht verkehrt, so wie sie ist. Aber ich bin es auch nicht. Wir passen nur gerade nicht zusammen.

Übers Schimpfen und Blitzableitermotzen

Mit Kindern schimpfen? Ein schwieriges Thema. Ich verteufele Schimpfen gar nicht abgrundtief. Denn es macht uns authentisch. Ich schimpfe schließlich auch mit meinem Partner, wenn er Dinge macht, die ich nicht so toll finde. Die mich nerven oder zur Weißglut treiben. Da rede ich nicht ganz bedacht und achtsam.

Warum sollte es mir mit Kindern grundsätzlich anders gehen? Ich nenne das, was hier passiert, Blitzableitermotzen. Es ist nicht schön, aber nachvollziehbar.

Deswegen schließe ich nicht aus, dass wir Eltern unsere Kinder auch mal anmeckern, wenn unsere Akkus leer sind. Wenn wir einfach nicht mehr liebevoll, zugewandt und achtsam mit unserem Nachwuchs sprechen können. Gerade die Wackelzahnpubertät zerrt durch häufigen Stimmungswechsel an unseren Nerven. Unsere Kinder fühlen sich nicht gut und wir uns auch nicht. Das ist menschlich, aber in manchen Fällen eine schlechte Kombination.

Wenn wir Eltern in einem geschwächten Moment nicht zum zehnten Mal lächelnd erklären, wieso uns irgendwas nervt, sondern stattdessen „Hör jetzt bitte auf damit!“ rufen, dann ist das so. Ich verurteile euch deswegen nicht.

Solange, und das ist wirklich eine wichtige Einschränkung, solange wie ihr eure Kinder nicht herabwürdigt. Sie schreiend erniedrigt, Macht demonstriert und über sie herrscht. Wer Kinder unter dem Deckmantel von elterlichem Stress beleidigt, anschreit und kleinmacht, vielleicht sogar mit Schimpfwörtern belegt, der bekommt niemals mein Einverständnis. So läuft das mit dem Schimpfen nämlich nicht.

Wenn eure angestaute schlechte Laune, eure Erschöpfung sich darin entladen, dass ihr eure Kinder herabsetzt, dann müsst ihr euch Hilfe suchen. Denn während ein reinigendes Gewitter, in dem ihr euren Kindern zu verstehen gebt, dass ihr einfach total müde und am Ende seid und vielleicht mal fünf Minuten ohne Gemotze und Geschrei braucht, eine nachvollziehbare elterliche Reaktion ist, ist beleidigendes Niederschreien etwas, das die Seele eurer Kinder zerstören kann.

Wenn ihr ganz ehrlich mit euch seid: Wie schlimm findet ihr, wenn jemand euch anschreit und beleidigt? Euch vorwirft „zu dumm“ zu sein, „zu laut“, „zu nervig“, „zu anstrengend“ oder was für Gemeinheiten euch so in den Kopf kommen mögen, wenn ihr total am Limit seid. Und jetzt stellt euch vor, ihr seid zudem komplett abhängig von der Person, die euch das entgegenbrüllt. Eine Person, die zwei, drei Köpfe größer ist als ihr und viel schwerer. Eine Person, die ihr aber auch mehr liebt als alles andere auf der Welt, der ihr vertraut und die über alles, was passiert, letztlich entscheiden wird. Schrecklich, oder? Ihr könnt euch nicht verteidigen, denn sonst würde die andere Person euch vielleicht die für euch lebenswichtige Liebe entziehen. Zudem glaubt ihr, dass dieses schreiende Gegenüber so viel schlauer ist als ihr und besser weiß, was für ein Mensch ihr seid. Kinder, die ständig angebrüllt werden und zu hören bekommen, was mit ihnen nicht richtig ist, glauben das irgendwann auch.

Deshalb vergesst nie: Es sind eure Kinder. Es sind diese freundlichen, offenen Wesen, die erst lernen, sich in einer größer werdenden Welt ohne uns zurechtzufinden. Sie brauchen unsere Unterstützung und dürfen niemals niedergebrüllt und mundtot gemacht werden.

Sollte es also mal mit euch durchgegangen sein und ihr habt gemotzt und die Stimmung ist so richtig, richtig schlecht, dann könnt ihr nur eines tun: eure Kinder um Verzeihung bitten. Und zwar ehrlich und aufrichtig. Ihr müsst euch entschuldigen, auch wenn es „nur“ Blitzableitermotzen war. Erklärt, was passiert ist, wieso ihr gemotzt habt und warum das nicht gut ist, ihr aber nicht anders handeln konntet. Dadurch werdet ihr zugänglich für eure Kinder – und authentisch.

Dass authentische Erziehung derzeit ein Modewort ist, ändert nichts an der Wahrheit dieser Aussage: Kinder brauchen Authentizität. Sie benötigen Eltern, die sich nicht verstellen, sondern die ganze Gefühlspalette selbst leben. Denn nur wenn wir zeigen, was uns bewegt, was uns freut und anspornt, was uns Angst macht und wütend, dann lernen unsere Kinder, dass all ihre Gefühle auch in Ordnung sind.

Gerade in der Wackelzahnpubertät, in der so viele Gefühle miteinander kämpfen, ist es für unsere Kinder hilfreich zu wissen: Auch Erwachsene fühlen all diese Gefühle. Und auch in ihnen streiten sich Wut und Liebe manchmal. Wir Eltern haben in aller Regel durch sehr viel Üben gelernt, uns besser im Griff zu haben. Wir geben Vorwarnungen, bevor Situationen für uns unerträglich werden. Wir kennen uns und unsere Gefühle besser. Aber gänzlich lässt sich nicht verhindern, dass wir manchmal überfordert sind. Das Leben mit Kindern bringt uns ab und zu an unsere Grenzen. Diese Grenzen zu wahren, hilft unseren Wackelzahnkindern dabei, das später auch für sich zu tun.

Das ist keine Absolution fürs Anschreien. Aber ich verstehe, wenn ihr euch in manchen Situationen nicht anders zu helfen wisst. So geht es mir auch. Öfter, als ich es mir wünschen würde, aber mein Langmut ist begrenzt. Manchmal habe ich keine Kraft mehr. Und motze.

Elternstimmen:

Stella: „Ich muss sagen, ich hab den Anspruch, bei extremem Stress nicht zu schreien, aufgegeben. Ich habe für mich entschieden, dass ich ein Mensch bin und kein Roboter und meine Kinder lernen werden, dass Mama einfach Grenzen hat und dass, wenn diese Grenze inklusive aller Toleranzzonen überschritten ist, halt sowas passieren kann, dass gebrüllt wird. Ich hab auch entschieden, dass ich bei dieser Art des passiv-aggressiven Mütterbashings nicht mehr mitmachen mag. Seither lebt es sich so viel leichter und – oh Wunder – ich schrei auch weniger. Und wenn doch, red ich nachher mit dem Kind, erkläre warum und entschuldige mich. Sag, dass mich dieses Verhalten unglaublich ärgert und ich das nicht haben will, aber ich es trotzdem nicht anschreien wollte, weil ich es sehr sehr lieb hab.

Bettina: „Auch ich werde dann mal laut, wenn ich einfach nicht mehr kann. Ich denke, wir sollten uns da nicht immer so ein schlechtes Gewissen machen, wir sind nur Menschen. Hier ist es laut, chaotisch, aber trotzdem halten wir immer zusammen und lieben uns ohne Grenzen … Auch wenn alle mal kurz etwas laut werden.“

Fiona: „Ich glaube, jedem ist es manchmal zu viel, bei uns kommt jedoch noch die Hochsensibilität dazu und das führt dazu, dass sowohl wir als auch die Kinder manchmal einfach überreizt sind. Da passt dann nichts mehr hinein und man braucht einfach einen Rückzugsort und Ruheort. Bisher klappt das bei uns eigentlich ganz gut. Wenn jemandem alles zu viel ist, sagt er es deutlich, dass er nun mal 30 Minuten oder 1 Stunde seine Ruhe braucht und diese wird ihm dann auch gegeben. Dann wird Mamas Zimmer mal nicht betreten und die Kinder dürfen mal alleine im Zimmer spielen. Oder wenn es meinem Sohn nach der Schule so geht, nehme ich Rücksicht und im Auto bleibt das Radio aus und ich versuche auch, kein Gespräch mit ihm anzufangen. Aber ich glaube, da muss jede Familie ihren Weg finden.“

Inga: „Ich bitte mir auch meine Zeit aus und erkläre ihnen, dass ich müde bin, auch mein Tag anstrengend war etc. Wenn mein Mann da ist, klatschen wir ab. Ich frage mich immer, wie Alleinerziehende das machen? Das verlangt mir Respekt ab. Mir ist wichtig, authentisch zu sein, und auch ich reagiere mal zu laut und das nicht selten. Ich versuche mich dann immer zu entschuldigen, es zu erklären und bei ihnen ein Verständnis zu wecken. Es macht es nicht besser, aber wie du sagst, es ist ein Miteinander und auch Mamas sind keine Roboter.“

Tabea: „Manchmal ist nicht genug Energie da für ‚auf zehn zählen‘, alles mit Humor leichter machen und was weiß ich, was noch. Eure Kinder werden älter und es wird wieder entspannter. Und sie werden gelernt haben, dass es auch anstrengende, schwierige Zeiten gibt und eine Familie trotzdem eine Familie bleibt. Dass auch ausweglos scheinende Zeiten vorübergehen und dass das Leben nicht immer nur perfekt läuft. Verzeiht euch immer wieder aufs Neue, seid großherzig mit euch selbst. Und zeigt euren Kindern eure Grenzen.“


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Andrea Zschocher

Andrea Zschocher lebt in Berlin. Sie ist Mutter von drei Kindern, freie Journalistin und schreibt seit Jahren für alle Eltern auf dem „Runzelfüßchen“ Blog über das Leben mit Kindern. In ihrenAndrea Zschocher, Autorin bei edition riedenburg

Artikeln bringt sie die Herausforderungen des Alltags humorvoll und warmherzig auf den Punkt und ist deshalb eine der beliebtesten Familienbloggerinnen Deutschlands.

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Nicht mehr klein und noch nicht groß – Leseprobe