Nach dem Unfall – Das Buch für mehr Sicherheit im Straßenverkehr

Autorin: Verena Schauer

Erscheinungstermin: April 2022
Umfang: 140 Seiten, zahlreiche Abbildungen und s/w-Fotos
Format: 15,5 x 22 cm
Ausstattung: Paperback
ISBN: 978-3-99082-080-3

€ 19,90 inkl. USt.

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ISBN eBook: 978-3-99082-081-0

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Nach dem Unfall kann für immer sein.

Der leicht lesbare Wissensschatz dieses Buches lässt sowohl Führerschein­neulinge als auch erfahrene Lenkerinnen und Lenker eines PKWs deutlich sicherer unterwegs sein und hilft, aktive Unfallvermeidung zu praktizieren. Denn wer unfallfrei fährt, hat mehr vom Leben.

Verena Schauer schreibt seit 2019 als freie Autorin und Journalistin für die Mitgliederzeitschrift „auto touring“ des Österreichischen Automobilclubs ÖAMTC. In ihrem Buch schöpft sie aus dem Vollen und entschlüsselt gemeinsam mithilfe namhafter technischer und verkehrspsychologischer Expertinnen und Experten das vermeintliche Sicherheitssystem „Auto“. Lückenlos beantwortet sie Fragen, die für alle lenkenden und mitfahrenden Personen eines PKWs relevant sind, darunter:

  • Wie genau funktionieren Knautschzone, Airbag und Gurt?
  • Wie schütze ich mich und die mitfahrenden Personen korrekt?
  • Welche Kräfte wirken im Falle eines Aufpralls?
  • Wo lassen sämtliche Sicherheitsvorkehrungen aus?
  • Sind Personen außerhalb des Durchschnitts schlechter geschützt?
  • Wie sollte ich mich nach einem Unfall verhalten?
  • Wie kann ich Kindern helfen, die einen Unfall erlebt haben?

Authentische Berichte von Unfallbeteiligten bringen außerdem zum Ausdruck, wie schnell ein Unfall in der Realität passieren kann und welche Fehler dazu geführt haben.

Inhalt

Vorwort … 6

Für sie … 8

Das Sicherheitssystem Auto … 11

Die Knautschzone – Gezielte Verformung beim Auto … 13

Der Airbag – Lebensrettung mit Knall … 19
Funktionsweise … 20
Mögliche Verletzungen durch Airbags … 25
Kinder … 29

Der Gurt – Unverzichtbarer Halter … 31

Außerhalb des Durchschnitts … 33

Richtig sitzen … 36

Immer anschnallen … 37

Crashtests: Die Abschlussprüfung für Autos … 39
Passive Sicherheitssysteme … 41
1. Frontalcrash mit simulierter Ausweichbewegung des Unfallgegners … 43
2. Frontalcrash mit einem festen Objekt … 44
Seitencrash … 45
Pole Test … 46
Whiplash Test … 47

Aktive Sicherheitssysteme zur Unfallvermeidung … 48
Der „Mensch“ beim Test … 51
Gender Gap: Mit Frauen testen … 53

Wahre Unfall-Geschichten und Tipps von Profis … 57
… plötzlich wurde mir die Verantwortung als Fahrer bewusst … 58
… ich spüre Schmerzen, ich bin noch am Leben … 61
… ich lag drei Tage im Koma, ich wusste nicht mehr, was passiert war … 63

Psychologische Betreuung nach einem Unfall … 65
Die 4 Bs nach einem Unfall … 68

Kinder und Unfälle … 69
Im ersten Moment … 72
Die Nachwirkungen … 76
Als Bezugsperson längerfristig helfen … 78
Wenn das Kind keine Hilfe annimmt … 80
Schwere Unfälle und Verlust … 82

Verlorene Leben … 87
Andrea Lang … 88
Katrin Koch … 97
Sigrun Benesch … 110

Unfälle – Wie man sie vermeiden kann … 119
Die Qualität des Autos … 120
Verhalten in besonderen Situationen … 121
Wetter, Nässe und Licht … 122
Ablenkung am Steuer … 127

Leben retten … 128

Expertinnen, Experten und Mitwirkende … 129
Dr. Maximilian Lang … 130
Mag. Marion Seidenberger … 131
Ing. Steffan Kerbl … 131
Mag. Krimhild König … 132
Sabine Peterbauer … 133

Quellen … 135

Vorwort

3063 Menschen sind im Jahr 2020 bei Verkehrsunfällen in Österreich und Deutschland gestorben. Eine Zahl, die im Verhältnis zur Gesamtbevölkerung der beiden Länder vielleicht gering wirkt – und daher nicht viel in uns auslöst. Eine Zahl, die man in den Nachrichten hört, die aber spurlos an uns vorbeigleitet, die zu einer schlechten Nachricht von vielen wird, die im Alltag auf uns einprasseln.

Vielleicht sind wir sogar erleichtert, wenn wir über diese Zahl nachdenken. Wir betrachten die Statistiken und uns schießt der scheinbar alles wieder ins Lot bringende Gedanke in den Kopf:

Es betrifft mich nicht. Es betrifft niemanden, den ich kenne.

Und schon gehen wir weiter, fahren ein bisschen zu schnell, überholen mal zu riskant, ignorieren die schlechten Fahrbahnverhältnisse, belassen die viel zu alten Reifen eine weitere Saison – und mit jedem Mal, in dem wir glimpflich davonkommen, rückt die erschreckende Möglichkeit eines Unfalls weiter in die Ferne.

Die Möglichkeit, dass es anders kommen könnte.

Dabei vergessen wir, dass die Zahl der Unfälle selbst eine viel höhere ist und dass es noch viel mehr Menschen sind, die zwar nicht sterben, aber mit Traumata oder schweren Verletzungen durchs Leben gehen. 

Diese Zahlen sind keine Gesamtheit. Es sind einzelne Menschen, Leben und Gesichter. Es sind Söhne und Töchter, Schwestern und Ehemänner und beste Freunde, die hier in einer kalten Statistik auftauchen. Ein unendliches Gewicht an Trauer liegt in der Zahl 3063, eine Gewissheit, dass all die gut gegangenen Momente auch katastrophal hätten enden können.

Alle hier zu lesenden Geschichten sind passiert. Jedes hier berichtete Schicksal stellt eine Zäsur im Leben der Opfer dar – eine Trennung in Davor und Danach.

Dieses Buch kann nicht dafür sorgen, dass keine Unfälle mehr passieren. Gute Ratschläge prallen vielleicht von vielen ab. Strengere Regelungen machen möglicherweise Angst oder erzürnen sogar, doch den unverbesserlichsten Raser wird auch das nicht aufhalten. Aber dieses Buch kann Folgendes:

Einen Einblick in die Welt der Sicherheitssysteme im Auto geben und deren Wirkung aufzeigen. Experten die Möglichkeit bieten, ihr Wissen über die Nachwirkungen von Unfällen zu teilen und die Relevanz von strengen Crashtests aufzuzeigen. Leeren Nummern eine Stimme und ein Gesicht geben.

Und damit sinnlose Tragödien und jahrelang prägende Erlebnisse zu einer Botschaft machen, die so manche nach einem Unfall erst weiterleben lässt:

Es darf nicht umsonst gewesen sein.

Verena Schauer

Leseprobe

Das Sicherheitssystem Auto

Wissen Sie eigentlich, wie Ihr Fahrzeug es schafft, die Insassen bei einem Unfall zu schützen? Dank der ausgeklügelten Sicherheitssysteme im Auto gehen selbst schwere Unfälle oft glimpflich aus – häufig wissen autofahrende Personen allerdings nicht, wie diese Schutzmaßnahmen aussehen und was man tun kann, um deren Wirksamkeit zu erhöhen. Die passiven Sicherheitssysteme sorgen dafür, dass die Insassen so gut wie möglich geschützt werden, wenn der Unfall nicht mehr zu verhindern ist. „Nur die Kombination Knautschzone und deren gezielte Verformung beim Crash, Airbags und Gurt sichern die hohen Überlebenschancen bei schweren Unfällen“, erklärt ÖAMTC-Techniker Steffan Kerbl.

Neben den Sicherheitssystemen für die Insassen gibt es etwa auch schon „fußgängerfreundliche“ Motorhauben, die aufspringen und so den Aufprall entschärfen. „Trotz der Tatsache, dass wir schon so lange an der Fahrzeugsicherheit arbeiten, besteht noch immer viel Handlungsbedarf. Schwachstellen sind überall, besonders die ungeschützten VerkehrsteilnehmerInnen, also Fahrradfahrer/-innen und Fußgänger/-innen, sind hier ein Problem“, erzählt der Experte. Motorhauben sind weniger gefährlich als der Motorraum darunter.

„Motorhauben sind recht ‚weich‘, das Blech gibt erstaunlich viel nach. Trifft man aber mit dem Kopf genau auf die Stelle, an der darunter die Batterie sitzt, ist es wie Stein – daher kann eine aufspringende Motorhaube, die schon in manchen Autos eingebaut ist, oft das Schlimmste verhindern“, erläutert der ehemalige Chef-Techniker des ÖAMTC Max Lang. Er weiß aus eigener Erfahrung, was ein Verkehrsunfall bedeuten kann: Seine erste Frau Andrea ist bei einem Unfall ums Leben gekommen. Nicht nur als Experte, sondern auch als Angehöriger liegt ihm die Sicherheit im Auto besonders am Herzen. Er fasst zusammen: „Es kommt der Widerspruch auf, dass das Auto einerseits stabil, andererseits auch weich für ungeschützte Verkehrsteilnehmer sein soll.“

Es bleibt die Erkenntnis: Man kann froh sein, dass all diese Schutzsysteme in einem PKW da sind, aber meist versteht man nicht wirklich, wie sie funktionieren. Wir werfen daher einen genauen Blick auf die wichtigsten Sicherheitssysteme im Auto: Knautschzone, Airbag und Gurt.

***

Immer anschnallen

Hatten Sie vielleicht schon einmal die Situation, dass sich jemand im Auto nicht anschnallen wollte? Hat man es hier mit anderen Erwachsenen zu tun, glaubt mancher vielleicht, dass jeder selbst entscheiden kann, inwieweit er oder sie sich freiwillig in Gefahr bringt.

Allerdings denken nur die Wenigsten daran, dass nicht angeschnallte Personen auch eine Gefahr für die anderen Mitfahrenden darstellen.

Die Sitzkonstruktion hält keine großen Belastungen aus, während der Gurt aber zu 100 Prozent den Menschen im Sitz hält. Ist also die fahrende Person angeschnallt und die Person hinter dem Fahrersitz nicht, entsteht bei einem Unfall folgende Situation:

Wiegt die Person am Rücksitz 70 kg und fährt das Auto etwa 50 km/h, wird die hintere Person bei einem Auffahrunfall mit 30 g gegen den Fahrersitz geschleudert. Das bedeutet umgerechnet ungefähr zwei Tonnen Gewicht, die gegen die Rückenlehne der Fahrerin oder des Fahrers krachen. Der Sitz gibt bei so einer großen Belastung nach und die Person vorne wird zwischen dem Menschen hinter ihr und dem Gurt, der natürlich hält, eingequetscht.

Daraus können Rippenbrüche folgen, im schlimmsten Fall wird die Lunge durch eine Rippe beschädigt. Und da reden wir nur von einer normalgewichtigen Person. Je schwerer die unangeschnallte Person auf der Rücksitzbank ist und je größer die Geschwindigkeit, desto verheerender die Auswirkungen.

Auch die Kopfstütze büßt viel von ihrer Funktion ein: Knallt der Mensch am Fahrersitz mit dem Hinterkopf dagegen und derjenige auf der Rückbank mit dem vorderen Teil des Kopfes, ist das bei so einer Kraft, als würden die beiden Köpfe mit nur ein bisschen Schaumdämpfung dazwischen fast direkt aneinanderkrachen.

Es geht also nicht nur um das Recht zur Selbstbestimmung, sondern um das Leben der in der vorderen Reihe sitzenden Personen.

Man gefährdet unangeschnallt nicht nur sich selbst, sondern auch die anderen Menschen im Auto. Dessen sollten sich alle bewusst sein, die leichtfertig auf den Gurt verzichten.

[…]

Gender Gap: Mit Frauen testen

Das Thema Gender Gap in der Fahrzeugsicherheit wird heiß diskutiert. „Mit einer „Frau“ zu testen ist eine freiwillige Leistung des Euro NCAP. Es ist also rein gesetzlich nicht vorgeschrieben, männliche und weibliche Körper gleichwertig in Tests einzusetzen“, erzählt der Crashtestexperte Max Lang.

Das bedeutet, dass die passive Sicherheit eigentlich hauptsächlich an männliche Körper angepasst ist. Man kann also nur schwerlich behaupten, dass mit den momentanen Testmethoden ein Durchschnitt aller Menschen abgedeckt ist.

Außerdem sitzt immer ein männlicher Dummy am Steuer. Wie sicher Frauen in dieser Position sind, ist also vollkommen offen.

Auch diskussionswürdig ist die Bauweise eines weiblichen Dummys. Nur Körperform, Gewicht und Brustausprägung machen einen Mann nicht zur Frau – der weibliche Dummy ist bisher nur ein leichterer, kleinerer und ein wenig anders geformter Mann.

„Es wird aber bereits in Holland und Schweden in Kooperation mit Dummy-Entwicklern an einer Verbesserung gearbeitet und untersucht, inwiefern ein weiblicher Körper sich tatsächlich aus sicherheitstechnischer Perspektive von männlichen Körpern unterscheidet. Es wird bei diesen Untersuchungen die Biomechanik überprüft und überlegt, wie man etwa Brust und Becken eines weiblichen Dummys neugestalten könnte. Wird hier entschieden, dass ein besserer weiblicher Dummy auf den Markt kommt, müssen auch alle Crash-Labors bereit sein, diesen zu kaufen, was jedoch nicht so einfach passiert, es geht hier ja um viel Geld“, erzählt der Techniker Max Lang.

Die Gründe für die Vernachlässigung von Frauen im Crashtest sind ebenso einfach wie riskant. Das System hat sich in einer Zeit entwickelt, in der vermutlich tatsächlich mehr Männer als Frauen autogefahren sind. Man müsste alles doppelt testen, damit der weibliche Dummy auch am Steuer sitzen kann. Doch doppelt so viele Tests bedeuten doppelte Kosten.

Ebenso hält sich leider der Glaube, dass kein besonders großer Unterschied in der Sicherheit zwischen Fahrer/-in und Beifahrer/-in besteht. Das rührt auch daher, dass das Lenkrad und die Pedale durch die Sollbruchstellen und die kontrollierte Verschiebung des Lenkrads scheinbar schon sicher genug sind.

Was dabei leicht vergessen wird: Der Fahrersitz ist immer noch der gefährlichste Platz im Auto.

Die Konstellation der beiden Sitze ist zwar ähnlich, aber der Unterschied in den Belastungen entsteht nicht nur durch die Größe und das Gewicht der Dummys, sondern ist auch abhängig vom Sitzplatz.

Beim Fahrersitz schießt im Falle eines Unfalls der Airbag aus dem Lenkrad und das Lenkrad ist näher an der lenkenden Person als das Armaturenbrett beim Beifahrer. Außerdem passiert bei sehr vielen Unfällen eine Kollision mit dem Gegenverkehr, daher wird der Fahrer öfter getroffen. Diese Unterschiede sind für die Autoindustrie jedoch leider kein Grund, doppelten finanziellen und zeitlichen Aufwand zu betreiben. Doppelte Tests wären somit dringend notwendig, um die Sicherheit der Frauen an jedem Platz im Auto zu prüfen.

Wirklich aussagekräftig werden die zusätzlichen Tests erst, wenn weibliche Dummys einen tatsächlich weiblichen Körper bekommen würden.

***

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Verena Schauer

Verena Schauer BA wurde 1998 in Wien geboren und lebt auch dort. Bereits während ihres Studiums der Deutschen Philologie arbeitete sie als freie Journalistin für das österreichische Verena Schauer, Autorin bei edition riedenburgAutomobilclubmagazin „auto touring“ und verfasste für den österreichischen Verkehrsclub ÖAMTC diverse Artikel zum Thema Mobilität. In ihrem ersten Buch will sie Hintergrundinfos zu Crashtests und Sicherheitssystemen im Auto einer breiten Leserschaft näherbringen, um unsere Straßen künftig noch sicherer zu machen.

 

 

 

Bücher von Verena Schauer

Nach dem Unfall – Das Buch für mehr Sicherheit im Straßenverkehr (Leseprobe)