Die Hebammenschülerin

Als zweifache Mutter darf Anna-Maria wieder die Schulbank drücken.

Autorin: Hebamme Anna-Maria Held

Erscheinungstermin: September 2014
Umfang: 148 Seiten
Format: 15,5 x 22 cm
Ausstattung: Paperback
ISBN: 978-3-902943-49-1

 19,90 (as of 5. April 2016, 11:15) inkl. USt.

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ISBN eBook: 978-3-902943-57-6

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Geschafft!

Als zweifache Mutter darf Anna-Maria wieder die Schulbank drücken.

Doch die theoretische Ausbildung an der Hebammenschule ist nur die halbe Miete. Denn jetzt heißt es, im Kreißsaal werdenden Müttern Mut zu machen und sich gegen internes Gezicke durchzusetzen. Hebamme zu werden ist Anna-Marias Herzenswunsch – wären da nicht die vorgeschriebenen Praktika im OP und andere Hürden …

„Die Untersuchung erwies sich als sehr mühsam, weil der Muttermund Richtung Rücken lag, ich aber seine Länge abschätzen musste. Das war natürlich recht unangenehm für die Frau, jedoch unumgänglich. ‚Der Muttermund liegt bestimmt in der Nähe vom G-Punkt, oder?‘, fragte mich der Mann. ‚Ich muss den nämlich auch (!) immer sehr suchen, das dauert oft ewig! Ist immer ein ziemliches Gewühle!‘ Der Frau war das ziemlich peinlich. Ich schämte mich fremd. Dann sammelte ich mich kurz, bevor ich meinen Untersuchungsbefund präsentieren konnte.“

 

Inhalt

Der Einführungsblock … 7
Das Kinderzimmer … 13
Veronika und ich … 14
Hepatitis und Verbrecher … 16
Leben und Tod …   19
Die Innere … 23
Komplette Isolation … 24
Keine Happy Ends … 26
Der Kreißsaal … 31
Alte Besen kehren … beängstigend … 32
Yvette 21  … 34
Wie lange kann das dauern? … 35
Kaiserschneiderei … 36
„Sei mal kurz leise, das Kind kommt“  … 37
Mutterliebe auf den zweiten Blick … 38
Der Reihe nach … 39
Muslimische Frauen und der feste Griff … 41
Geburt und drumherum … 43
Fifty Shades of Waldemar … 46
In der Schule … 49
Stellungswechsel im Kreißsaal … 53
Die Sache mit dem CTG … 54
Ohne Rauch geht’s auch. Oder? … 57
Go Mutter go! … 61
Muttermund und PDA … 63
Geschenk aus dem Wasser … 64
Thai und deutsch – das geht nie! … 65
Das Denkarium … 68
Abschiednehmen … 70
Der abgesagte Wunschkaiserschnitt … 71
Unerfüllte Hoffnung … 73
Geburt online – „Gefällt mir“  … 75
Pretty Woman mit Ausfluss … 77
Der Kreißsaalknast … 79
Kommt ein Mann zur Geburt … 82
Pretty Woman stinkt zum Himmel … 85
Eigene Wege … 86
Das dritte Ausbildungsjahr … 89
We are the champions! … 90
Ein Mann in den Wehen … 92
Wehnen und Orgien … 96
Tripper? Woher denn!  … 99
Don Juan mit Zahnlücke … 100
Im OP … 103
Unverfilmtes Soapmaterial … 104
Der OP – wahrlich nichts für mich …        106
Der OP – noch immer wahrlich nichts für mich …               111
Und noch immer: Der OP – nichts für mich …      113
OP und NZO – beide nichts für mich …   116
Noch 179 Tage bis zur Hebamme … 119
Eva – Genie und Wahnsinn … 120
Examensluft … 122
Narkosefrösche und Geburt für Kinder … 127
Das Examen rückt noch näher … 130
Ey Alter, ich will ne PDA! … 131
Mein erster Dammschnitt … 133
Weihnachten ohne Gänsebraten … 134
Maria und Mutterkuchen zum Examen  … 138
Endlich Hebamme! … 144

Textauszug

Yvette, 21, bekam ein Baby. Der Name war Programm. Vorweg muss ich sagen, dass die einfach gestrickten Frauen meistens sehr komplikationslose Geburten hinlegten, die hatten nämlich nichts, was sie im Kopf groß einschalten konnten. Von daher wurde jede Übergabe „In Zimmer 1 haben wir Frau W., etwas simpel gestrickt“ mit einem Aufatmer bedacht, denn man wusste, das war in der Regel eine schnelle Geschichte.

Yvette hatte Mutter und Freund mit im Kreißsaal. Ihre Mutter berichtete in der aktiven Austreibungsphase haarklein von ihren drei eigenen Geburten. Yvette war schon am Ende ihrer Kräfte, heulte hysterisch und jaulte und wimmerte, so dass ich sie einmal gehörig ermahnen musste, sich etwas zu beruhigen und nicht völlig durchzudrehen.

Kaum hatte Yvette sich im Griff, erzählte die Mutter munter weiter. Der Freund von Yvette stand da wie ein Häufchen Elend, aber er hielt seinen Magen tapfer im Zaum.

Dann wurde das Köpfchen geboren, der restliche Körper brauchte noch eine Wehe. Die nicht so richtig kam.

Wir warteten drei, vier Minuten auf den Rest des Kindes. Ich hatte so eine Anspannung in mir, dass mir diese Minuten wie eine komplette Jahreszeit vorkamen.

Als das Kind dann endlich geboren wurde, musste ich heulen und kriegte mich gar nicht wieder ein. Vorher schön die große Klappe gehabt „Dreh mal nicht durch, Yvette!“, und dann das. Superprofessionell.

Ich heulte die Mutter voll, ich heulte den Mutterkuchen voll, den ich noch auf Vollständigkeit untersuchen musste, ich heulte und heulte und heulte. Und heulte. Und heulte. Und als ich wieder ins Zimmer zurückkehrte, um die Neugeborenenuntersuchung zu machen, heulte ich immer noch. Eine Beruhigung war nicht in Sicht.

So nahm ich mir den kleinen Jungen und sagte: „Na, komm zur heulenden Tante!“

Meine Kollegin Anja fand mein Verhalten ungeheuer süß und authentisch. Sie meinte: „Mich werden sie bald vergessen haben, aber an die niedliche, heulende Hebammenschülerin werden die sich ewig erinnern.“

Anna-Maria Held

Anna-Maria Held wurde 1980 geboren. Sie arbeitet als freiberufliche Hebamme und wohnt mit ihrem Mann und ihren beiden Kindern in Norddeutschland. Bereits in ihrem Buch „Die Hebammenschülerin“ gewährte sie tiefe Einblicke in den Kreißsaal-Alltag und ließ auch andere an Presswehen, Stillbrüsten und Co teilhaben. „Der ganz normale Hebammenwahnsinn“ ist die logische Fortsetzung alles bisher Dagewesenen und zeigt schonungslos offen,  dass Hebammen als Universalgenie aus unserer heutigen Gesellschaft einfach nicht mehr wegzudenken sind. Außerdem von Anna-Maria Held bei edition riedenburg erschienen: "Eileiterschwanger" - wenn die Hebamme selbst zur Patientin wird.

 

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