Mama und der Kaiserschnitt – Das Kindersachbuch zum Thema Kaiserschnitt, nächste Schwangerschaft und natürliche Geburt (Ich weiß jetzt wie!)

Autorin: Dr. phil. Caroline Oblasser
Illustratorin: Regina Masaracchia IBCLC

Erscheinungstermin: März 2019 (2. Auflage)
Umfang: 84 Seiten
Format: 17 x 19 cm
Ausstattung: Paperback, zahlreiche farbige Illustrationen
ISBN: 978-3-99082-019-3

 14,90 (as of 17. April 2019, 11:22) inkl. USt.

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ISBN eBook: 978-3-99082-020-9

€ 9,99 inkl. USt.

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Eines Tages entdeckt Lena eine Narbe auf Mamas Bauch und erfährt, dass sie durch einen Kaiserschnitt zur Welt gekommen ist. Mama erklärt ihr, was sie bei der Operation erlebt hat und wie die Zeit im Krankenhaus und danach war. Auch Hebamme Maja, die Mama bei der nächsten Geburt begleiten wird, beantwortet bei den Hausbesuchen Lenas Fragen. Sie hat immer ihr lustiges Hörrohr dabei, und Lenas Vorfreude auf das Baby ist riesengroß! Doch bis Lena ihr Geschwisterchen nicht nur durch Mamas Bauchdecke hören, sondern es auch im Arm halten kann, wird noch allerlei passieren. * Zusätzlich: „Ich weiß jetzt wie!“-Teil für Kinder mit Bastelspaß, Anregungen und kniffligen Fragen * Erwachsenen-Seiten mit weiterführenden Erklärungen zum Thema Kaiserschnitt, nächste Schwangerschaft und natürliche Geburt.

Band 8 der Reihe „Ich weiß jetzt wie!“ – Für alle Kinder, die einfach noch mehr wissen wollen.

Inhalt

Mama und der Kaiserschnitt … 7

Unser Baby lässt sich Zeit … 8

Mamas Geschichte von der Narbe … 12

Hebamme Maja und der Hausbesuch … 18

Die Hühnersuppe und der Lesezug … 22

Zum Frühstück in die Buchhandlung … 26

Der Bauchschnorchel … 29

Mamas Tisch-Trick und das Pony … 32

Dinosauriergesänge im Badezimmer … 35

Baby Bella kommt zur Welt … 39

Willkommen Bella! … 44

Ich weiß jetzt wie! … 49

Bastelanleitung für Geburtstagskronen … 50

Der Kaiserschnitt und wie er heilt … 52

Eine Hebamme für alle … 54

Das Baby in Mamas Bauch … 56

Vom Bauchschnorchel ans Licht … 58

Störche, Hunde und andere Tiere … 60

Die Seiten für die Großen … 63

Empfehlungen zum (Vor-)Lesen

Wenn das Buch von Erwachsenen vorgelesen wird

Ob ein Kind schon bereit ist, mit der operativen Geburt, dem „Kaiserschnitt“, im Rahmen dieses Buches konfrontiert zu werden, sollten Eltern nach Gefühl entscheiden. Muten Sie Ihrem Kind nicht zu viel komprimiertes Wissen auf einmal zu, sondern blättern Sie das Buch vorab alleine durch. Überlegen Sie auch, wo Sie voraussichtlich Lese- und Erzählpausen für eigene Erklärungen und Übergangsphasen brauchen werden, und lesen Sie das Buch eventuell nur kapitelweise, um dem Kind genug eigenen Freiraum zu geben. Erklären Sie Ihrem Kind in Ruhe, wo sich seine eigene Geburtsgeschichte von den Handlungen des Buches unterscheidet.

Wenn das Buch von Kindern selber gelesen wird

Kinder tauchen beim Lesen in eine eigene Erlebniswelt ab. Bei oder nach der Lektüre dieses Buches wird Ihr Kind aller Voraussicht nach Fragen an Sie haben. Beschäftigen Sie sich daher, im Rahmen des Kindertextes sowie im Anhang für Erwachsene, ebenfalls mit dem Buch und überlegen Sie, welche Fragen auf Sie zukommen könnten. Wenn für Sie nach der Lektüre selber noch Fragen offen bleiben, zögern Sie nicht, zum Beispiel mit einer Hebamme oder einer/m Ärztin/Arzt Kontakt aufzunehmen, die/der Ihre Fragen beantworten kann.

Unser Baby lässt sich Zeit

Beim Abendessen guckt Lena ungeduldig auf die Uhr. „Jetzt ist es schon sechs Uhr neunundfünfzig, und mein Geschwisterchen ist immer noch nicht da.“

„Es kümmert sich wohl nicht so sehr um Uhrzeiten und kommt erst raus, wenn es da drinnen auch wirklich mit allem fertig ist“, sagt Mama und stopft sich ein großes Salatblatt in den Mund. Papa nickt und mümmelt zufrieden an seinem Käsebrot herum.

Nur Lena ist ganz und gar nicht froh über diese Auskunft. „Ich verstehe wirklich nicht, was unser Baby da drinnen noch großartig zu tun hat. Leselicht hat es nicht, und Bastelkleber auch nicht. Warum dauert das dann alles so lange?“

„Naja, das ist halt wie später auch“, meint Papa mit halbvollem Mund. „Wenn es ein Mädchen wird, richtet es sich bestimmt noch die Haare. Und wenn es ein Junge wird, dann wärmt er sich vielleicht noch für das nächste Fußballspiel gründlich auf.“

„Konstantin, jetzt erzähl uns doch bitte nicht diese altbackenen Weisheiten“, sagt Mama. „Immerhin hattest ausgerechnet du als Student recht lange Haare, wie wir aus deinem alten Ausweis wissen.“ Sie hält sich den Bauch und kichert.

Prompt erscheint eine halbwegs große Delle knapp neben Mamas Nabel. „Ich glaube, das war das Knie“, sagt Mama. Lena hüpft sofort von ihrem Stuhl herunter, um besser sehen zu können. Doch als sie ihre Hand auf die Boing-Stelle von Mamas Bauch legt, erscheint die nächste Delle ganz woanders.

„Wenn er ein Junge ist, muss er das Toreschießen aber noch üben“, stellt Papa fest und grinst bis über beide Ohren.

„Juhu, ich hab‘s erwischt!“, freut sich Lena, als sie nach einiger Zeit tatsächlich einen kräftigen Baby-Fußtritt abbekommt.

Beim Zähneputzen fragt Lena dann zur Sicherheit nochmal nach, ob das mit dem Fußballer im Bauch nun wirklich stimmt oder nicht.

„Weißt du, Mama“, druckst sie herum, „ich hätte eigentlich lieber eine Schwester, damit wir später mal Frisiersalon spielen können.“

„Was drin ist, ist drin! Notfalls muss sich halt der Junge lange Haare wachsen lassen, so wie Papa damals“, schlägt Mama vor und schrubbt weiter gründlich Lenas Backenzähne.

Aber Lena findet Mamas Idee ziemlich blöde. Allein beim Gedanken daran, wie Papa damals ausgesehen hat und wie er heute mit langen Haaren aussehen würde, vergeht ihr total die Lust aufs Frisieren.

Als ihr Mama die Gute-Nacht-Geschichte vorgelesen und den Gute-Nacht-Kuss gegeben hat, knipst Lena deshalb noch einmal ihr Blumenlicht an.

Sie schnappt sich ihren Schreibblock und den dicken schwarzen Filzstift und notiert: Ich will eine Schwesta.

Dann reißt sie den Zettel vom Block ab und faltet ihn so lange, bis er ganz klein geworden ist.

„Vielleicht findet ihn ja die Zahnfee“, überlegt sie noch kurz und schläft dann ein.

Leseprobe

Mamas Geschichte von der Narbe

Lena träumt von Bonnis Welpen und davon, wie sie damals in der Küche zur Welt gekommen sind. „Fiep-fiep-fiep“ hat es von überall gemacht, und eine halbe Hunde-Fußballmannschaft war ständig am Säugen.

Als Lena aufwacht, greift sie nach ihrer Stoffhündin, die neben ihr im Bett liegt. Müde schlapft sie mit Cindy ins Badezimmer. Dort ist Mama gerade dabei, ihren Babybauch mit einem Öl zu massieren, das nach Rosen im Garten riecht. Nach einer Weile zieht Mama ihre Unterhose etwas nach unten und macht mit den Zeigefingern Ritscheratsche.

„Was machst du da?“, fragt Lena.

„Ich massiere meine Kaiserschnittnarbe“, sagt Mama und deutet auf einen ziemlich dicken Strich über dem Hosenrand.

„Tut dir das weh?“, fragt Lena.

„Nein, da tut nix mehr weh“, antwortet Mama. „Ich spüre die Narbe eigentlich nur, wenn sich das Wetter ändert. Oder wenn ich zu enge Kleidung trage und die Unterwäsche daran reibt.“

Auf Lenas Bauch ist kein Strich. Trotzdem macht auch sie Mamas Ritscheratsche-Massage. „Das kitzelt!“, kichert sie.

„Woher kommt eigentlich so eine Kaiserschnittnarbe?“, möchte Lena wissen, während sie fleißig ihren Bauch bearbeitet.

Mama überlegt kurz und meint dann: „Manchmal kann ein Baby nicht auf natürlichem Weg aus der Scheide heraus geboren werden. Es möchte aber trotzdem ganz dringend zur Welt kommen.“

„Und dann?“, bohrt Lena weiter. „Dann wird die Frau in ein Krankenhaus gebracht. Dort bekommt sie Medikamente, damit sie betäubt ist und nichts mehr spürt“, sagt Mama.

„Warum soll die Frau denn nichts mehr spüren?“, fragt Lena. „Damit sie keine Schmerzen hat, wenn der Arzt bei der Kaiserschnitt-Operation den Bauch und die Gebärmutter aufmacht“, sagt Mama.

„Und was passiert dann?“, will Lena wissen. „Dann wird das Baby sehr rasch aus der Gebärmutter herausgeholt“, erklärt Mama.

„Wird unser Baby auch einen Kaiserschnitt bekommen?“, fragt Lena.

„Das hoffe ich nicht!“, sagt Mama und schüttelt den Kopf.

„Aber warum nicht? Bei uns möchte das Baby doch auch ganz bald zur Welt kommen, damit es mit mir spielen und ich ihm mal die Schule zeigen kann“, sagt Lena.

„Das ist aber etwas ganz anderes. Spielen wird es mit dir ohnehin jeden Tag, und ob du ihm am Montag, Dienstag oder Mittwoch die Schule zeigst, ist auch ziemlich egal“, erklärt Mama.

„Ist es nicht“, wirft Lena ein, „denn nur am Mittwoch ist Werken.“

„Ok“, sagt Mama, „dann lass es mich so erklären: Der Arzt muss ziemlich weit in den Bauch hinein, damit er das Baby von dort herausholen kann. Dazu braucht er ein Messer, und es blutet auch stark. Es ist deshalb viel besser, das Baby kommt einfach so raus.“

Lena nickt, denn das versteht sie.

„Und wie geht der Bauch nach dem Kaiserschnitt wieder zu?“, möchte Lena wissen.

„Wenn das Baby geboren ist, näht der Arzt die geöffneten Stellen mit einem speziellen Faden wieder zu. Ganz oben auf den Bauch kommt dann noch ein großes Pflaster“, erklärt Mama.

„Wenn man ein großes Pflaster bekommt, tut es drunter aber ganz arg weh“, erinnert sich Lena an ihre Verletzung beim Basteln.

Mama nickt. „Der Bauch schmerzt zwar noch, wenn die Betäubung vorbei ist. Aber im Krankenhaus gibt es nach einer Kaiserschnitt-Operation auch Schmerzmittel. Die helfen, dass es nicht so doll wehtut.“

„Und wie lange hat das mit dem Wehtun bei dir gedauert?“, möchte Lena wissen. „Ich weiß nicht mehr so genau“, meint Mama, „einige Tage waren es schon.“

Mama zeigt Lena ein Foto aus dem Krankenhaus. „Guck, Lena, das sind wir beide nach der Geburt.“ Mama liegt mit einem Baby im Bett und hat einen Schlauch im Arm stecken.

„Und wer ist die Frau neben dir?“, möchte Lena wissen.

„Das ist Schwester Ayla“, erklärt Mama. „Sie hat sich nach der Operation um uns beide gekümmert und mir beim Stillen geholfen.“ […]

Hebamme Maja und der Hausbesuch

„Gleich kommt Hebamme Maja für einen Hausbesuch“, sagt Mama nach dem Frühstück. „Au ja!“, freut sich Lena, weil sie Maja sehr gerne mag. „Hoffentlich hat sie wieder ihr lustiges Hörrohr dabei!“

Dingdong macht es auch schon, und Lena huscht zur Tür. „Servus miteinander. Geht es euch gut?“, möchte Maja wissen, als sie gut gelaunt hereinspaziert. „Ja, alles bestens!“, strahlt Mama. „Im Fruchtwasser und an Land sind alle wohlauf.“

Maja und Mama haben sich vor einiger Zeit beim Yoga kennengelernt, und inzwischen kann auch Lena ein paar Yoga-Tricks. Sie weiß, wie man auf einem Bein steht ohne umzufallen, und wie man auf einem Stuhl sitzt, ohne einen echten Stuhl zu haben.

Nach ein paar Übungen stehen Lena, Maja und Mama wie die Flamingos im Wohnzimmer herum und konzentrieren sich darauf, Wurzeln in den Boden zu schlagen. „Dein gutes Körpergefühl wird dir bei der Geburt helfen“, sagt Maja zu Mama. „Und du, Lena, wirst schon bald noch besser balancieren können. Wetten?“

Darauf ist Lena gespannt, denn sie balanciert sehr gerne und bringt es manchmal sogar ihrer Bonni bei.

Jetzt legt sich Mama gemütlich aufs Sofa. Sie zieht den Pullover etwas nach oben und die Hose etwas nach unten – und prompt geht die Boingerei mit den Dellen wieder los.

„Wir bekommen einen Fußballer“, erklärt Lena die Sachlage.

„Aha!“, ist Maja erstaunt. „Stürmer oder Mittelfeld?“

„Torwart“, bestimmt Lena, „weil er nicht ganz so gut zielen kann.“

 


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Caroline Oblasser

Caroline Oblasser ist Musikerin, vierfache Mutter und leitet von zu Hause aus den Verlag edition riedenburg, den sie auch gegründet hat. Die promovierte Sprachwissenschaftlerin studierte an der Universität Salzburg Linguistik und an der Universität für Auslandsstudien in Kyoto Japanisch. Seit ihrem vierten Lebensjahr spielt sie Violoncello und ist Absolventin der Universität Mozarteum Salzburg. Zu ihren Büchern gehören unter anderem "Der Kaiserschnitt hat kein Gesicht", "Luxus Privatgeburt", "Regelschmerz ade!" und verschiedene Titel der SOWAS!-Sachbuchreihe von Psychologin Sigrun Eder.

Bücher von Caroline Oblasser

Regina Masaracchia

Regina Masaracchia schreibt Bücher, Artikel für Zeitschriften und illustriert die Bände der Reihe "Ich weiß jetzt wie!" (Verlag edition riedenburg). Als dreifache Mama, Krankenschwester und Stillberaterin ist sie mit Familienthemen gut vertraut und weiß, dass es für Kinder manchmal schwierig ist, einzuschlafen - sogar in der Besucherritze. Ihr humorvoll-abenteuerliches Kinderbuch "Mission im Träumeland" macht das Einschlafen zum besonderen Erlebnis. Und wer weiß, vielleicht tauchen in den Träumen ja bald schon die "Sternenblinkis" auf ...

Bücher von Regina Masaracchia

Mama und der Kaiserschnitt – Leseprobe